CRP

Inhalt

CRP

Inhalt

Probennahme

Indikation

  • Erfassung systemischer Entzündungsreaktionen und infektiöser Prozesse
  • Differenzierung zwischen bakteriellen und viralen Infektionen
  • Postoperative Verlaufskontrolle, insbesondere in den ersten 6 Tagen
  • Bestätigung akuter Organerkrankungen wie Cholangitis, Adnexitis, Synovitis
  • Diagnose chronisch-entzündlicher Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Kardiovaskuläre Risikostratifizierung mittels hochsensitivem CRP
  • Therapiemonitoring bei entzündungshemmenden Medikamenten
  • Differenzialdiagnostik bei Arthralgie, Myalgie und atypischen Rückenschmerzen


  • Material: 2 mL Serum oder Heparin-Plasma
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stabilität: Tagesgleiche Rückführzeit
  • Störfaktoren: Stark erhöhte Bilirubinwerte, hämolytische oder stark lipämische Proben
  • Interferenzen durch hohe Rheumafaktorkonzentrationen und erhöhte Immunglobuline
  • Falsch erniedrigte Werte unter Ticarcillin-Therapie
  • Erhöhte Werte unter Östrogen und oralen Kontrazeptiva


Interpretation

Allgemeines

Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein in der Leber gebildetes Akute-Phase-Protein, das zur Familie der Pentraxine gehört. Es ist ein Bluteiweiß, das bei Entzündungen gebildet wird, zum körpereigenen Immunsystem gehört und hilft, abgestorbene Zellen und schädliches Zellmaterial zu beseitigen sowie sich an Krankheitserreger zu heften. Bei Akute-Phase-Reaktionen kommt es über die Induktion durch Interleukin-6 innerhalb von 6 Stunden zu einem signifikanten CRP-Anstieg mit Maximum nach 24-48 Stunden. CRP gilt als einer der sensibelsten und dynamischsten Biomarker für Entzündungen mit messbarem Anstieg innerhalb weniger Stunden nach Stimulus. Die Turbidimetrie hat sich als Methode der Wahl zur Bestimmung der CRP-Konzentration etabliert.

Beurteilung

Erhöht:

  • Akute bakterielle Infektionen (Pneumonie, Pyelonephritis, Sepsis)
  • Nekrotische Prozesse (Myokardinfarkt, akute Pankreatitis)
  • Entzündliche Erkrankungen (rheumatische Erkrankungen, Immunvaskulitiden)
  • Malignome mit tumorassoziierter Entzündungsreaktion
  • Postoperative Reaktionen, Trauma
  • Bei bakteriellen Infektionen kann CRP bis auf das Zehntausendfache ansteigen

Erniedrigt:

  • Abgeschwächter Anstieg bei schwerer Leberinsuffizienz
  • Reduzierte Synthese bei Immunsuppression
  • Normale Werte schließen leichte lokalisierte Entzündungen nicht aus
  • Bei einigen chronischen Erkrankungen (SLE, Dermatomyositis) normale Werte möglich


Grenzen

  • CRP ist hoch sensitiv, aber unspezifisch – zeigt Entzündung an, nicht deren Ursache
  • Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen
  • Inflammatorische Aktivitätsänderung hinkt ca. 12-24 Stunden hinterher
  • Anfälligkeit gegenüber Störfaktoren wie Lipide, Bilirubin, Rheumafaktoren
  • Erhöhte Werte nicht spezifisch und sollten nicht ohne komplette klinische Anamnese interpretiert werden
  • Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden


Methode

Turbid.

Einheit

mg/l

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
< 5,0
Weiblich
Männlich
analysen.mzla.de
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