Kreatinin

Inhalt

Kreatinin

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Probennahme

Indikation

  • Überprüfung der Nierenfunktion bei Verdacht auf Niereninsuffizienz oder bei Erkrankungen, welche die Nieren schädigen (Diabetes mellitus, Hyperurikämie, Kollagenosen)
  • Früherkennung und Behandlung chronischer Nierenerkrankungen zur Minimierung langfristiger Gesundheitsrisiken und Dialysepflichtigkeit
  • Bei Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck oder bei Einnahme bestimmter Medikamente, die die Nieren schädigen können
  • Kontrolle zur Dosisanpassung bei Gabe von nephrotoxischen oder vorwiegend renal eliminierten Medikamenten
  • Überwachung des Fortschreitens der Niereninsuffizienz und der Effektivität der Behandlung sowie vor Röntgenuntersuchungen mit bestimmten Kontrastmitteln
  • Bei Kreislaufversagen (Schockzustände, akuter Wasser- oder Blutverlust)
  • Zur Berechnung der geschätzten GFR (eGFR) mithilfe validierter Formeln, insbesondere unter Berücksichtigung von Kreatinin und Cystatin C
  • Als Teil der Routineuntersuchung bei Gesunden und bei akut oder chronisch Kranken im Krankenhaus


  • Material: 1 ml Serum aus Armvenenpunktion
  • Vorbereitung des Patienten: Nicht nötig (keine Nüchternheit erforderlich)
  • Störfaktoren durch Nahrung: Verzicht auf große Fleischportionen 24-48 Stunden vor der Messung empfohlen
  • Methodische Störfaktoren (Jaffé): Cephalosporine, Acetylsalicylsäure, Vitamin C, Bilirubin, Ketonkörper, Glukose führen zu falsch hohen Werten
  • Weitere Störfaktoren: Hämolyse, Ikterus und bestimmte Antibiotika stören die Bestimmung
  • Ernährungseinflüsse: Vegetarische Kost führt zur Abnahme, eiweißreiche Diäten zum Anstieg von Kreatinin
  • Medikamentöse Interferenzen: Rifampicin, Levodopa, Calciumdobesilat und N-Ethylglycin können die Messung stören
  • Stabilität: Serum 7 Tage bei 4°C, 3 Monate bei -20°C


Interpretation

Allgemeines

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Energiespeichers Kreatinphosphat, das in der Muskulatur kontinuierlich durch spontane, nicht-enzymatische Umwandlung von Kreatin anfällt. Das Molekül wird fast ausschließlich über die Nieren durch glomeruläre Filtration und in geringem Ausmaß durch tubuläre Sekretion ausgeschieden. Die Kreatinin-Konzentration im Blut ist eng mit der Nierenleistung verknüpft, jedoch erst bei einer Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate über 50 % kommt es zu einem merklichen Anstieg. Die Jaffé-Methode basiert auf der Reaktion von Kreatinin in alkalischer Lösung mit Pikrinsäure zu einem gefärbten Komplex und ist schnell, automatisierbar und günstig, jedoch analytisch weniger spezifisch als enzymatische Nachweismethoden. Die Produktion ist relativ konstant und hängt stark von der Muskelmasse ab.

Beurteilung

Erhöht:

  • Erhöhte Kreatininfreisetzung aus der Muskulatur nach massiver Muskelarbeit (Rhabdomyolyse)
  • Chronische Niereninsuffizienz, diabetische Nephropathie, Glomerulonephritiden
  • Hypertonie, interstitielle Nephritiden, Kollagenosen
  • Renovaskuläre Nierenerkrankungen, Zystennieren
  • Verlegung der Harnwege durch Steine, Tumoren
  • Intensive muskuläre Beanspruchung, erhöhte Muskelmasse
  • Akromegalie – vermehrtes Wachstum durch vermehrte Wachstumshormonproduktion
  • Bei Nahrungskarenz steigen Kreatinin und Harnsäure an

Erniedrigt:

  • Untergewicht sowie Muskelatrophie
  • Im Rahmen einer Schwangerschaft
  • Verringerte Muskelmasse bzw. Kachexie (Auszehrung)
  • Lebererkrankungen können zu erniedrigten Kreatininwerten führen
  • Vegetarische Kost führt zur Abnahme von Kreatinin
  • Ein erniedrigter Wert hat wenig medizinische Bedeutung


Grenzen

  • „Kreatininblinder Bereich“: Serumkreatinin steigt erst bei Reduktion der GFR auf 50 % oder weniger merklich an
  • Die Konzentration hängt nicht nur von der renalen Clearance, sondern auch von der Muskelmasse ab
  • Ein hoher Wert kommt nicht zwingend von einer Nierenschwäche, ein normaler Wert schließt beginnende Nierenschwäche nicht aus
  • Jaffé-Reaktion reagiert mit sogenannten Jaffé-chromogenen Substanzen, kinetische Protokolle reduzieren Interferenzen nur teilweise
  • Bei niedrigen Konzentrationen können systematische Unterschiede zwischen Methoden zu falscher CKD-Stadien-Einstufung führen
  • Die Messergebnisse sind methodenabhängig; Referenzbereiche und Verlaufskontrollen müssen stets methodenkonsistent interpretiert werden
  • Bei sich rasch ändernder Nierenfunktion und akutem Nierenversagen ist die GFR-Abschätzung nicht zuverlässig


Methode

Farbtest

Einheit

µmol/l

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
Weiblich
44 – 80
Männlich
62 – 106
analysen.mzla.de
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