Antidiuretisches Hormon

Inhalt

Antidiuretisches Hormon

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Probennahme

Serum-Röhrchen

Indikation

  • Differenzialdiagnostik des Polyurie-Polydipsie-Syndroms
  • Abklärung bei Polyurie >3 Liter/24h und Polydipsie
  • Verdacht auf zentralen Diabetes insipidus
  • Verdacht auf nephrogenen Diabetes insipidus
  • Abgrenzung zur primären (psychogenen) Polydipsie
  • Verlaufskontrolle bei bekannten ADH-Störungen
  • Postoperative Überwachung nach neurochirurgischen Eingriffen
  • Alternative zum klassischen Durstversuch bei Risikopatienten


  • Material: Serum
  • Abnahme: Morgens nüchtern nach 8 Stunden Dursten empfohlen
  • Stabilität: Copeptin stabil im Serum, Osmolalität schnelle Bestimmung erforderlich
  • Transport: Keine besonderen Anforderungen für Copeptin
  • Störfaktoren: Akute Erkrankungen, Stress, Medikamente können Copeptin beeinflussen


Interpretation

Allgemeines

Diese Kombination vereint Serumosmolalität und CT-ProVasopressin (Copeptin) zur optimierten Differenzialdiagnostik des Polyurie-Polydipsie-Syndroms. Die bisherige Bestimmung von Vasopressin (ADH/AVP) zusammen mit der Serum- und Urinosmolalität war aufgrund der hohen präanalytischen Anforderungen problematisch. Hier kann die Bestimmung von Copeptin die Diagnostik verbessern. Copeptin ist ein stabiler und zuverlässiger Surrogatmarker von Vasopressin und spiegelt die Vasopressinkonzentration in der Zirkulation wider. Copeptin und Arginin-Vasopressin werden äquimolar sezerniert und ihre Plasmakonzentrationen in Bezug zur Serumosmolalität sind hochgradig korreliert. Die Kombination ermöglicht eine sichere Unterscheidung zwischen zentralem Diabetes insipidus, nephrogenen Diabetes insipidus und primärer Polydipsie ohne die Risiken des klassischen Durstversuchs.

Beurteilung

Typische Muster:

  • Nephrogener Diabetes insipidus: Copeptin >20 pmol/l ohne vorherige Flüssigkeitsrestriktion + erhöhte Serumosmolalität
  • Zentraler Diabetes insipidus: Copeptin <1,0 pmol/l kann auf ADH-Mangel hinweisen + erhöhte Serumosmolalität
  • Primäre Polydipsie: Niedrige Copeptin-Werte zusammen mit niedriger Urinosmolalität + normale/niedrige Serumosmolalität
  • Nach osmotischer Stimulation: Copeptin >4,9 pmol/L nach hypertoner Kochsalzinfusion differenziert zentralen Diabetes insipidus von primärer Polydipsie


Grenzen

  • Eingeschränkte Messmethodik von Copeptin im niedrigen Bereich
  • Unspezifische Copeptin-Erhöhungen bei akuten Erkrankungen
  • Überschneidungen der Copeptin-Werte zwischen den Entitäten
  • Beeinflussung durch Medikamente, Stress und Komorbiditäten
  • Stimulationstests oft erforderlich für definitive Differenzierung



Literatur

  • S1-Leitlinie Anti-Diuretisches Hormon (ADH)-Mangel bei Kindern und Jugendlichen, AWMF 2024
  • Christ-Crain M, Fenske W. Copeptin in the diagnosis of vasopressin-dependent disorders of fluid homeostasis. Nat Rev Endocrinol 2016
  • Bhandari SK, Fan SL. Copeptin as a Marker for Vasopressin Dysregulation and Diagnosis. J Appl Lab Med 2026
  • Copeptin-based dynamic tests in differential diagnosis of polyuria-polydipsia syndrome. Dtsch Med Wochenschr 2022


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