chron. entz. Darmerkrankung

Inhalt

chron. entz. Darmerkrankung

Inhalt

Probennahme

Stuhlröhrchen mit Spatel

Serum-Röhrchen

EDTA-Röhrchen

Indikation

  • Verdacht auf chronisch-entzündliche Darmerkrankung bei gastrointestinalen Symptomen
  • Differenzialdiagnose zwischen CED und Reizdarmsyndrom
  • Screening auf extraintestinale Manifestationen bei bekannter oder vermuteter CED
  • Verdacht auf Spondyloarthritis oder Uveitis bei gastrointestinalen Beschwerden
  • Therapiemonitoring und Verlaufsbeurteilung bei diagnostizierter CED
  • Abklärung abdominaler Beschwerden mit erhöhten systemischen Entzündungsparametern
  • Familienanamnese für CED oder Spondyloarthritis bei entsprechender Symptomatik
  • Präoperative Risikoeinschätzung bei geplanten Eingriffen bei CED-Verdacht


  • Material: Serum (CRP, BSG, HLA-B27) und Stuhlprobe (Calprotectin)
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stuhlsammlung: Erste Morgenstuhlprobe bevorzugt, Plastikröhrchen verwenden
  • Stabilität Serum: 24h bei Raumtemperatur, 7 Tage bei 2-8°C
  • Stabilität Stuhl: Calprotectin bis zu 7 Tage bei Raumtemperatur stabil
  • Störfaktoren: Antibiotika können Calprotectin-Werte beeinflussen
  • Hinweis: Probenentnahme vor Beginn einer anti-entzündlichen Therapie empfohlen
  • Besonderheit: HLA-Typisierung einmalig durchführbar, Verlaufskontrollen nicht erforderlich


Interpretation

Allgemeines

Diese Kombination vereint vier komplementäre Parameter zur effizienten Diagnostik chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED). Die diagnostische Rationale basiert auf aktuellen S3-Leitlinien der DGEM und DGVS (2024), die eine multiparametrische Herangehensweise empfehlen. CRP und BSG erfassen systemische Entzündungsaktivität, wobei bis zu 10% CRP-Nonresponder bei CED existieren. Calprotectin im Stuhl ergänzt als aussagekräftiger intestinaler Entzündungsmarker die Basisdiagnostik und kann vor bildgebenden Verfahren eingesetzt werden. HLA-B27 identifiziert extraintestinale Manifestationen, da es häufig bei CED mit entzündlichen Gelenkerkrankungen und Uveitis assoziiert ist. Diese Parameter-Kombination ermöglicht sowohl die Erstdiagnostik als auch die Differenzierung zwischen entzündlichen und funktionellen Darmerkrankungen sowie die Erkennung systemischer Beteiligung.

Beurteilung

Typische Muster bei CED:

  • CRP/BSG erhöht + Calprotectin stark erhöht (>250 μg/g): Aktive CED mit systemischer Beteiligung
  • CRP normal + Calprotectin erhöht (50-250 μg/g): Lokale Darmentzündung ohne systemische Reaktion
  • Alle Parameter normal + HLA-B27 positiv: Erhöhtes Risiko für extraintestinale Manifestationen
  • CRP/BSG erhöht + Calprotectin normal: Systemische Entzündung außerhalb des Darms

Prognostische Bewertung:

  • Calprotectin als stärkster Prädiktor für Therapieintensivierung
  • HLA-B27-Positivität: 40-82% Risiko für Uveitis, kann CED um 3 Jahre vorausgehen
  • Calprotectin zur Therapiemonitoring und Verlaufskontrolle geeignet


Grenzen

  • CRP und BSG sind unspezifische Entzündungsmarker
  • Ca. 10% CRP-Nonresponder bei CED trotz aktiver Entzündung
  • Calprotectin erhöht bei verschiedenen Darmerkrankungen, normal bei Reizdarmsyndrom
  • HLA-B27 in 6-8% der US-Bevölkerung, die meisten entwickeln keine Erkrankung
  • Laborwerte allein können Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nicht differenzieren
  • Medikamenteneinfluss auf Calprotectin (Antibiotika, NSARs)
  • Falsch positive HLA-B27-Assoziation bei asymptomatischen Trägern


Literatur

  • DGEM S3-Leitlinie: Klinische Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Version 2.0, 2024
  • DGVS S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn, Version 4.1, März 2024
  • DGVS S3-Leitlinie: Colitis ulcerosa, Version 6.1, Living Guideline 2023
  • Kalla R et al. Serum calprotectin: a novel diagnostic and prognostic marker in inflammatory bowel diseases
  • Nature Reviews Rheumatology: HLA-B27 and spondyloarthritis pathogenesis, 2024


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