Insulin-Resistenz (HOMA1-IR)
Inhalt
Insulin-Resistenz (HOMA1-IR)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Beurteilung der Insulinsensitivität bei Metabolischem Syndrom
- Abklärung Diabetes mellitus zusammen mit Oraler Glucose-Toleranztest für Nicht-Schwangere
- PCOS (Polycystisches Ovarsyndrom)
- Risikoabschätzung für Arteriosklerose
- Unerfüllter Kinderwunsch
- Prädiabetes-Screening bei erhöhtem Diabetesrisiko
- Übergewicht mit auffälligen Blutzuckerwerten
- Non-alkoholische Fettleber und kardiometabolische Risikofaktoren
- Material: Serum oder EDTA-Plasma
- Nüchternheit: 12-stündige Nahrungskarenz erforderlich
- Stabiliät: Insulin 4 Stunden bei Raumtemperatur, 7 Tage bei 2-8°C
- Entnahme muss sicher nüchtern erfolgen für aussagekräftige Interpretation
- Störfaktoren: Insulintherapie, Stress, medikamentöse Einflüsse, stark eingeschränkte Beta-Zellfunktion
Interpretation
Allgemeines
Der HOMA1-IR (Homeostasis Model Assessment of Insulin Resistance) ist ein berechneter Parameter zur Abschätzung der Insulinresistenz aus Nüchtern-Insulin und Nüchtern-Glukose. Die Insulinresistenz kann durch den HOMA-Index ermittelt werden und wird aus der Nüchtern-Insulin- und Nüchtern-Glucose-Konzentration nach einer etwa 12-stündigen Nahrungskarenz berechnet. Insulinresistenz ist Bestandteil des Metabolischen Syndroms und ist ein Marker für eine sich entwickelnde Typ-2-Diabetes-mellitus-Erkrankung. Eine Insulinresistenz kann jedoch schon viele Jahre vor einem Anstieg des Blutzuckers vorliegen und lässt sich durchschnittlich schon 12 Jahre vor der Diabetesdiagnose feststellen. Die Berechnung des HOMA-IR aus Nüchtern-Insulin und Nüchtern-Glukose kann hinsichtlich der Beurteilung der Insulinsensitivität den Goldstandard (CLAMP) weitgehend ersetzen.
Beurteilung
Erhöht:
- ≥ 2,5: Nachweis einer Insulinresistenz
- > 2,5: Insulinresistenz und damit erhöhtes Diabetesrisiko wahrscheinlich
- Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus, PCOS
- > 2: Hinweis auf Insulinresistenz oder Steatosis hepatis
Normal/Erniedrigt:
- < 2,0: Kein Hinweis auf Insulinresistenz
- ≤ 1: Ideal
- 2,0-2,5: Grenzwertiger Befund
- 1-2: Grauzone
Grenzen
- Statische Näherung – berücksichtigt nicht die Dynamik der Insulin-Glukose-Regulation
- Eingeschränkte Aussagekraft bei Insulintherapie oder stark abweichender Beta-Zellfunktion
- Eignet sich für Screening, jedoch nicht als alleinige Diagnosegrundlage
- Ersetzt nicht die Dynamik eines oralen Glukosetoleranztests oder Goldstandard-Messung (Clamp)
- HOMA-Index allein reicht nicht aus, um Diabetes oder Prädiabetes eindeutig festzustellen
Methode
rechn.
Einheit
Referenzbereiche
Geschlecht | Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen | |
|---|---|---|
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden. | ||
Allgemein | s. Text | |
Weiblich | ||
Männlich | ||
- Stand: 2026-01-21