Thyreoperoxidase-AK (MAK)
Inhalt
Thyreoperoxidase-AK (MAK)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Diagnostik bei Verdacht auf Hypothyreose oder Hyperthyreose
- Abklärung der Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Autoimmunthyreoiditis)
- Differentialdiagnose des Morbus Basedow
- Postpartale Thyreoiditis
- Abklärung von uncharakteristischen Schilddrüsenknoten
- Erhöhte TPO-Ak bei Patienten mit anderen Autoimmunerkrankungen (z.B. Typ-1-Diabetes, Zöliakie)
- Material: Serum (Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer)
- Messung nur aus Serum, nicht aus Heparin-Plasma
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Störfaktoren: Bei Patienten unter Therapie mit hohen Biotin-Dosen (>5 mg/Tag) sollte die Probenentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen
- In-vitro-Studien zeigten, dass Itraconazol in therapeutischer Tagesdosis erhöhte Anti-TPO-Konzentrationen verursachen kann
Interpretation
Allgemeines
Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) sind Autoantikörper gegen die Thyreoperoxidase, ein membrangebundenes Hämoprotein mit einem Molekulargewicht von circa 102 kD, das die Iodierung des Tyrosins in der Biosynthese der Schilddrüsenhormone T3 und T4 am Thyreoglobulin katalysiert. Für den Nachweis wurden früher Mikrosomen als Antigen verwendet, daraus resultierte die frühere Bezeichnung mikrosomale Antikörper (MAK). Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen sind eine der Hauptursachen für Hypo- und Hyperthyreoidismus, wobei die wichtigsten Schilddrüsenautoimmunerkrankungen Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow sind.
Beurteilung
Erhöht bei:
- Hashimoto-Thyreoiditis (ca. 90% der Fälle)
- Morbus Basedow (60-80% der Patienten)
- Atrophischer Autoimmunthyreoiditis (primäres Myxödem, 40-70%)
- Postpartaler Thyreoiditis (50-70%)
- Gelegentlich bei Gesunden und Patienten mit nicht-thyreoidalen Erkrankungen
Erniedrigt bei:
- Nicht klinisch relevant
Ein Normalbefund schließt eine autoimmune Genese nicht sicher aus, insbesondere in Frühstadien oder bei seronegativen Verläufen. Referenzbereiche sind laborabhängig und methodenspezifisch.
Grenzen
- Störungen durch extrem hohe Titer von Antikörpern gegen Streptavidin sowie Ruthenium möglich
- ECLIA-Methoden nutzen die Streptavidin-Biotin-Technologie, supraphysiologische Biotin-Dosen können zu verfälschten Testergebnissen führen
- Geringfügige methodenspezifische Schwankungen je nach Testsystem (z.B. ECLIA vs. ELISA)
- Der alleinige Nachweis von TPO-AK bedeutet nicht direkt die Diagnose „Hashimoto-Thyreoiditis“
- Schilddrüsenantikörper können auch bei Gesunden auftreten
Methode
ECLIA
Einheit
Referenzbereiche
Geschlecht | Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen | |
|---|---|---|
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden. | ||
Allgemein | < 34 (negativ) | |
Weiblich | ||
Männlich | ||
- Stand: 2026-01-16