TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)

Autoantikörper gg. TSH-Rezeptor

Themenübersicht

Allgemeines

  • Die Bestimmung der TSH-Rezeptor-Autoantikörper dienen der Abgrenzung vom Morbus Basedow (englisch: Graves disease) von anderen Entitäten, die eine Thyrotoxikose verursachen können.
  • Hyperthyreose bei Morbus Basedow (Autoimmun-Hyperthyreose) wird typischerweise durch Autoantikörper gegen den Rezeptor für Thyreoideastimulierendes Hormon (TSHR) verursacht. Die Bestimmung dieser TSHR-Antikörper (TRAK) kann sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung der Erkrankung dienlich sein.
  • TSH-Autoantikörper können je nach ihrem Wirkmechanismus als stimulierend, blockierend oder neutral eingestuft werden. Der Wirkmechanismus von TSHR und TSH ist zwar ähnlich, stimulierende TSHR-Antikörper unterliegen aber nicht den mit TSH verbundenen negativen Rückkopplungsmechanismen, was zu einer längeren Aktivierung von TSHR führt. Dies wiederum resultiert in den erhöhten Schilddrüsenhormonspiegeln und einer klinischen Thyreotoxikose, die für Morbus Basedow typisch sind.

Indikation

  • Zur Differenzialdiagnostik bei Thyrotoxikose (Schilddrüsenhormon-Exzess)
  • Nachweis oder Ausschluss einer Autoimmun-Hyperthyreose und deren Differenzierung von einer disseminierten Autonomie der Schilddrüse.
    • Das Vorhandensein von TRAK weist darauf hin, dass die Thyreotoxikose des Patienten autoimmuner Ätiologie ist und nicht von einem toxischen, nodulären Struma hervorgerufen wurde. Da eine zielgerichtete Behandlung von Morbus Basedow sich von der Behandlung anderer Formen einer Thyreotoxikose unterscheiden kann, ist eine anfängliche TRAK-Bestimmung von Nutzen.
  • Therapiemonitoring bei Morbus Basedow-Patienten und Rückfall-Vorhersage
    • dadurch ergibt sich eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Behandlung. Die TRAK-Konzentrationen neigen zu einem Abfall im Fall einer medikamentösen Schilddrüsentherapie bei Morbus Basedow. Niedrige Spiegel oder das Fehlen von TRAK nach einer Medikamentenbehandlung können auf eine Remission der Erkrankung und damit auch auf eine mögliche Beendigung der Therapie hinweisen.
  • TRAK-Bestimmungen im letzten Trimester einer Schwangerschaft.
    • Da TRAK-Antikörper zur Klasse der IgG‑Antikörper gehören, wirken sie transplazentar und können zu neonatalen Schilddrüsenerkrankungen führen. Die Bestimmung von TRAK während der Schwangerschaft bei Patientinnen mit einer Historie an Schilddrüsenerkrankungen ist daher wichtig, um das Risiko beim Neugeborenen einzuschätzen.
  • In den letzten Jahrzehnten haben sich die Methoden für den TRAKNachweis in der klinischen Praxis dank der Modifizierung der verfügbaren Tests in wesentlichen Punkten deutlich verbessert. Verfügbare Tests der 2. Generation, bei denen Techniken mit beschichteten Mikrotiterplatten oder Röhrchen mit Antikörper-immobilisertem TSHR (human, Schwein) zur Anwendung gelangen, bestimmen die Fähigkeit der Serum-TRAK, die Bindung von markiertem TSH an den immobilisierten TSH-Rezeptor zu inhibieren. Die Sensitivität und der prädiktive Wert dieser Tests bei der Behandlung von Morbus Basedow-Patienten sind unabhängig davon, ob beim Test rekombinanter TSH-Rezeptor humanen Ursprungs oder nativer Rezeptor vom Schwein verwendet wird.
  • Mit der Verfügbarkeit eines humanen Thyreoidea-stimulierenden monoklonalen Antikörpers (M22) konnte ein TRAK-Testsystem der 3. Generation entwickelt werden, bei dem Serum-Autoantikörper des Patienten die Bindung von markierten, Thyroidea-stimulierenden Antikörpern (anstelle von markiertem TSH) an den TSH-Rezeptor inhibieren. Diese neuen Tests zeigen eine hervorragende Reproduzierbarkeit, Sensitivität und Spezifität bei der Diagnose von Morbus Basedow und der Differentialdiagnose anderer Schilddrüsenerkrankungen sowie eine ähnliche bzw. bessere Leistung als bewährte Tests der 2. Generation.

Material

  • 1 ml Serum
  • oder Röhrchen, die Trenngel enthalten
  • Keine Proben mit Na-Heparin oder von Patienten unter Na-Heparin-Therapie verwenden!
Stabilität
20‑25 °C
7 Stunden
2‑8 °C
6Tage
‑20 °C (± 5 °C)
12 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

Durchführungsfrequenz
werktags
jeden zweiten Werktag
an anderen Tagen
nein

Referenzbereich

< 1.22 IU/l

Beurteilung der Ergebnisse

  • Zur Abgrenzung eines Morbus Basedow kann auch ein Cutoff von 1.75 IU/l verwendet werden. Die Sensitivität lag in einer Untersuchung bei 97% und die Spezifität bei 99% (Studie an 436 augenscheinlich Gesunden, 210 Patienten mit anderen Schilddrüsenerkrankungen als M. Basedow und 102 Patienten mit unbehandeltem M. Basedow)
Thyreoglobulin-Autoantikörper
Thyreoperoxidase-Autoantikörper
TSH-Rezeptor-Autoantikörper
Abkürzung
Tg, TAK, TgAk
anti-TPO, (MAK)
TRAK
Hashimoto-Thyreoiditis
30-40%
60-90%
80-100% (inhibierend)
Schilddrüsen-Karzinom
30-65%
Primäres Myxödem
20-30%
40-70%
50-70%
Morbus Basedow
10-20%
60-70%
10% (aktivierend)
Postpartale Thyreoiditis
20-40%
50-70%
0-5%
Zytokininduzierte Thyreoiditis
10-20%
30-40%
5%
Subakute Thyreoiditis de Quervain
0-20%
<5%
Autonomie der Schilddrüse
ca. 5%
ca. 5%
Schilddrüsengesunde
ca. 5%
ca. 5%

Grenzen des Verfahrens

  • Keine Proben von Patienten unter Na‑Heparin-Therapie verwenden. Na-Heparin zeigte keine Beeinflussung bis zu einer Konzentration von 50 IU/L
  • Schilddrüsenmedikamente interferieren nicht mit dem Test

Methode

Methodenbeschreibung

Literatur

  • Herstellerangaben
  • Thomas, Labor & Diagnose 2020
  • LaFranchi, uptodate, Clinical manifestations and diagnosis of Graves disease in children and adolescents, Zugriff am 17.09.2020
Übersicht
Allgemeines
Indikation
Material
Literatur