Autoantikörper gegen Thyreoperoxidase (TPO)

Auto-AK gegen Thyreoperoxidase

Themenübersicht

Allgemeines

  • Autoantikörper gegen Thyreoperoxidase sind die häufigsten nachgewiesenen Autoantikörper bei den Autoimmunthyreoditiden Hashimoto und Basedow.
  • Thyreoperoxidase (TPO) wird im endoplasmatischen Retikulum synthetisiert, wo sie in ihren nativen Zustand gefaltet wird und eine Kernglykosylierung durchläuft, ehe sie zur apikalen Plasmamembran von Thyreozyten transportiert wird. Das Enzym hat in Synergie mit Thyreoglobulin (Tg) eine essentielle Funktion bei der Jodierung von L‑Tyrosin sowie der chemischen Kopplung der daraus resultierenden Mono‑ und Dijodtyrosine zu den Schilddrüsenhormonen T4, T3 und rT3.
  • TPO ist ein potentielles Autoantigen. Bei vielen auf Autoimmunität beruhenden Thyreoditiden werden erhöhte Serumtiter von Antikörpern gegen TPO gefunden. 1985 wurde TPO als ursächliches Antigen erkannt, als in Studien nachgewiesen wurde, dass auf „mikrosomale Antigene“ (MAK) reagierende humane Antiseren TPO ausfällten, die aus Schilddrüsen von Patienten mit Morbus Basedow gewonnen wurde. Im klinischen Sinne können MAK und Anti‑TPO synonym verwendet werden, auf der Testmethodenseite existieren allerdings Unterschiede.
  • Während herkömmliche mikrosomale Antikörper-Tests ungereinigte Mikrosomen als Antigenpräparation verwenden, kommt im anti‑TPO Test eine gereinigte Peroxidase zur Verwendung. Beide Verfahren zeigen bzgl. der klinischen Sensitivität vergleichbare Leistungen. Aufgrund des qualitativ hochwertigeren Antigens kann aber von Anti‑TPO-Tests eine bessere Chargenkonstanz sowie eine höhere klinische Spezifität erwartet werden.

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ kann Lithium-Heparin-Plasma verwendet werden
  • Plasmaröhrchen, die Trenngel enthalten, können eingesetzt werden.
Stabilität
20‑25 °C
8 Tage
2‑8 °C
8 Tage
-20 °C
24 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jeden zweiten Werktag
an anderen Tagen
nein

Referenzbereich

≤ 34 IU/ml

Beurteilung der Ergebnisse

  • Hohe Anti‑TPO-Titer werden in bis zu 90 % der Patienten mit einer chronischen Hashimoto Thyreoiditis gefunden. Beim Morbus Basedow zeigen 70 % der Patienten eine entsprechende Titererhöhung.
  • Obwohl die Sensitivität des Verfahrens durch gleichzeitige Bestimmung weiterer Schilddrüsenantikörper (Anti‑TG, TSH‑Rezeptor-Antikörper‑TRAK) erhöht werden kann, schließt ein negativer Befund eine Autoimmunerkrankung keineswegs aus. Die Höhe der Antikörper-Titer korreliert nicht mit der klinischen Aktivität der Erkrankung.
  • Initial erhöhte Titer können bei längerbestehender Erkrankung bzw. bei Eintreten einer Remission negativ werden. Treten Antikörper nach einer Remission wieder auf, ist die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls gegeben.
Thyreoglobulin-Autoantikörper
Thyreoperoxidase-Autoantikörper
TSH-Rezeptor-Autoantikörper
Abkürzung
Tg, TAK, TgAk
anti-TPO, (MAK)
TRAK
Hashimoto-Thyreoiditis
30-40%
60-90%
80-100% (inhibierend)
Schilddrüsen-Karzinom
30-65%
Primäres Myxödem
20-30%
40-70%
50-70%
Morbus Basedow
10-20%
60-70%
10% (aktivierend)
Postpartale Thyreoiditis
20-40%
50-70%
0-5%
Zytokininduzierte Thyreoiditis
10-20%
30-40%
5%
Subakute Thyreoiditis de Quervain
0-20%
<5%
Autonomie der Schilddrüse
ca. 5%
ca. 5%
Schilddrüsengesunde
ca. 5%
ca. 5%

Grenzen des Verfahrens

  • Bei den üblichen Schilddrüsenmedikamenten wurden keine Interferenzen mit dem Test festgestellt.

Methode

Kompetitions-ECLIA

Methodenbeschreibung

Der ElektroChemiLumineszenz-ImmunoAssay "ECLIA" gehört zu den Immunoassays, bei denen man Analyte mit Hilfe von Antikörpern nachweist.
Testprinzip:

  • 1. Inkubation: 6 μL Probe und biotinylierter Analyt werden inkubiert, wobei
    die Antikörper der Probe an das Antigen binden
  • 2. Inkubation: Nach Zugabe von mit Ruthenium-Komplex markierten
    Anti‑Analyt-Antikörpern und Streptavidin‑beschichteten Mikropartikeln wird
    der entstandene Immunkomplex über die Biotin-Streptavidin-
    Wechselwirkung an die Festphase gebunden.
  • Das Reaktionsgemisch wird in die Messzelle überführt. Dort werden die Mikropartikel durch magnetische Wirkung auf der Oberfläche der Elektrode fixiert. Danach werden die ungebundenen Substanzen in einem Waschschritt entfernt. Durch Anlegen einer Spannung wird die Chemilumineszenzemission induziert und mit dem Photomultiplier gemessen.

Literatur

  • Herstellerangaben
  • Thomas, Labor & Diagnose 2020
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