Thrombozytenzahl

Indikation

  • Ausschluss einer Blutungsneigung
  • Unklare Blutungen
  • Bei Spleonomegalie
  • Verdacht auf Knochemarkerkrankung (Myelophthise, Myeloproliferation)
  • Verdacht auf Destruktion, Verbrauch oder reaktive Vermehrung der Thrombozyten
  • Kontrolle bei Strahlungen, unter zytostatischer Therapie und Heparintherapie (HIT)

Material

EDTA (Standard)

Sarstedt EDTA-Monovette 2,7 ml
BD EDTA-Vacutainer 3,0 ml
  • 3 ml EDTA-Blut
Stabilität
Raumtemperatur
4 Stunden
2 – 8°C
2 Tage

Citrat

Sarstedt Citrat-Monovette 3,0 ml
BD Citrat-Vacutainer 4,5 ml
  • 3 ml Citrat-Blut
Indikation:
  • EDTA-Unverträglichkeit (EDTA-induzierte Pseudothrombozytopenie)
  • Heparin-Unverträglichkeit (Heparin-induzierte Pseudothrombozytopenie)
Stabilität
Raumtemperatur
4 Stunden
2 – 8°C
2 Tage

Lithium-Heparin

Sarstedt Lithium-Heparin-Monovette 7,5 ml
BD Lithium-Heparin-Vacutainer 2,0 ml
  • 2 ml Lithium-Heparin-Blut
Indikation:
  • EDTA-Unverträglichkeit (EDTA-induzierte Pseudothrombozytopenie)
  • Citrat-Unverträglichkeit (Citrat-induzierte Pseudothrombozytopenie)
Stabilität
Raumtemperatur
4 Stunden
2 – 8°C
2 Tage

ThromboExact

Sarstedt Thromboexact-Monovette 2,7 ml
  • 2,7 ml mit Magnesium (Mg2+)-Verbindung als Antikoagulans
Indikation:
  • EDTA-Unverträglichkeit (EDTA-induzierte Pseudothrombozytopenie)
  • Citrat-Unverträglichkeit (Citrat-induzierte Pseudothrombozytopenie)
  • Heparin-Unverträglichkeit (Heparin-induzierte Pseudothrombozytopenie)

Für das Abnahmesystem von BD gibt es aktuell (Stand 2020) leider kein Pendant und keinen Adapter.

Stabilität
Raumtemperatur
12 Stunden

Kapillare Abnahme-Röhrchen

Sarstedt EDTA-Microvette CB 200
  • 0,2 ml Kapillarblut

Referenzbereich

140 – 360 Gpt/L

Methode

Hydrodynamische Fokussierung mit Impedanzmessung / Fluoreszenz-Durchflusszytometrie

Die Durchflusszytometrie hat 2 Vorteile:

  1. Interferenzen durch Erythrozytenfragmente werden vermindert
  2. Durch eine höhere Untersuchungstemperatur werden Thrombozytenaggregate vermindert.

Methodenbeschreibung

Hydrodynamische Fokussierung mit Impedanzmessung

Die Impedanztechnologie basiert auf folgendem Prinzip: Ein elektrisches Feld zwischen einer positiv und einer negativ geladenen Elektrode wird genutzt, um Zahl und Größe der durch dieses Feld fließenden Zellen zu bestimmen. Blutzellen sind schlechte elektrische Leiter. Aus diesem Grund wird eine leicht hypotone (ca. 250 mosmol/l) Elektrolytlösung mit guter elektrischer Leitfähigkeit als Verdünnungsreagenz verwendet, um die Zellen zu suspendieren. Diese Suspension wird in die Messkammer eingespritzt. Jede Zelle, die die Messöffnung zwischen den Elektroden passiert, erzeugt eine momentane Erhöhung des elektrischen Widerstands. Diese wird als elektrischer Impuls gemessen, wobei die Impulshöhe sich proportional zur Größe der Zelle verhält.

Widerstandsprinzip mit hydrodynamischer Fokussierung, Sysmex Deutschland GmbH

Mit jedem Durchtritt einer Zelle durch die Mitte der Messöffnung ändert sich der elektrische Widerstand
proportional zum Volumen der jeweiligen Zelle.

Diese Information wird in einem Histogramm aufgetragen. Abweichungen vom erwarteten Ergebnis lösen
eine oder mehrere IP-Hinweise aus.

Impedanzmessung - Zellvolumen und elektrischer Widerstand - Sysmex Deutschland GmbH

Fluoreszenz-Durchflusszytometrie

Die Fluoreszenz-Durchflusszytometrie wird verwendet, um die physiologischen und strukturellen Eigenschaften von Zellen zu analysieren, während sie durch eine schmale Flusszelle fließen.

Im Thrombozytenkanal des Blutbildautomaten werden die Erythrozyten mit dem Fluoreszenzfarbstoff Oxazin markiert, der an Nukleinsäuren bindet. Danach wird die Probe zur Durchflusszelle geleitet. Hier wird die Probe mit dem Strahl eines Lasers beleuchtet, welcher die Zellen durch verschiedene Signale unterscheiden kann, von denen jedes individuelle Rückschlüsse erlaubt: Vorwärtsstreulicht (Zellvolumen), Seitwärts-Fluoreszenzlicht (Nukleinsäuremenge) und Seitwärts-Streulicht (Granularität).

Für die Unterscheidung der Thrombozyten von den Erythrozyten und Leukozyten werden die Werte des Vorwärtsstreulichts und des Seitwärts-Fluoreszenzlichts jeder Zelle auf einem sogenannten Scattergramm graphisch dargestellt. Jeder Punkt des Scattergramms entspricht einer Zelle:

  • Die Thrombozyten (PLT-F) finden sich links unten auf der Diagonalen
  • die unreifen Retikulozyten (IPF, immature platelet fraction) in der Mitte auf der Diagonalen,
  • die Erythrozyten (RBC) oben links im Bild und die
  • Leukozyten (WBC) oben rechts
Normales PLT-F Scattergramm - Sysmex Deutschland GmbH

Literatur

  • Sysmex, XN-Serie Flagging-Guide, 02/2019
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Literatur