SARS-CoV-2-PCR (POCT)

SARS-CoV-2- & Influenza-PCR

Themenübersicht

Allgemeines

  • Bei der SARS-CoV-2-PCR (Polymerase-Kettenreaktion) zur Verwendung auf einem POCT-Gerät handelt es sich um einen automatisierten Echtzeit-RT-PCR-Multiplex-Test für den schnellen qualitativen In-vitro-Nachweis von SARS-CoV-2-RNA in von medizinischem Fachpersonal entnommenen Nasopharyngeal- und Nasalabstrichen und in vom Patienten selbst (vor Ort und unter Anleitung einer qualifizierten Fachkraft) entnommenen Nasalabstrichen von Patienten mit Anzeichen einer viralen Atemwegsinfektion mit COVID-19-typischen Symptomen durch eine medizinische Einrichtung.

Indikation

Nachweis von SARS-CoV-2

Material

Universalabstrich

  • Die Probe mit einem sterilen beflockten Tupfer mit Kunststoffstiel (z. B. Dacron, Nylon oder Viskose) gemäß den Anweisungen des Herstellers und/oder nach dem Standardverfahren unter Verwendung von 3 ml Virustransport-medium entnehmen.
  • keine Baumwoll- oder Calciumalginat-Tupfer, eSwab-Tupfer oder Tupfer mit Holzstielen verwenden.
Stabilität
20-25 °C
4 Stunden (auch im Assay Tube)
2-8 °C
72 Stunden
-70°C
länger

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Zeitz
MZLA - Standort Naumburg
MZLA - Standort Delitzsch
MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jederzeit
an anderen Tagen
jederzeit

Referenzbereich

nicht nachweisbar

Beurteilung der Ergebnisse

Meldepflicht:

Bei positivem Nachweis erfolgt eine namentliche Meldung an das Gesundheitsamt, sofern der direkte oder indirekte Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

  • Der direkte Nachweis von SARS-CoV-2 ist namentlich meldepflichtig.

Testprinzipien:

  • Zielsequenz:
    • SARS-CoV-2: im ORF1 a/b- und im Nukleokapsidprotein-Gen
  • Inzwischen haben zahlreiche Studien gezeigt, dass ein positiver SARS-CoV-2-Nachweis nicht zwingend mit Infektiosität gleichgesetzt werden sollte. Je nach Ausprägung und Schwere der Erkrankung gelingt der Virusnachweis über mehrere Wochen. Als Hilfe für die Einschätzung der Infektiosität wurde der Verlust der Virus-Anzüchtbarkeit in Zellkultur einbezogen.

Dauer der PCR-Positivität (Quelle: RKI):

 

Methodenabhängige Ct-Werte

Stand 22.11.2021

In einer Reihe von Studien und wissenschaftlichen Artikeln konnte gezeigt werden, dass eine erfolgreiche Virusanzucht aus Untersuchungsmaterialien von Patienten mit der Höhe der Virus-RNA-Last in dem entsprechenden Untersuchungsmaterial korreliert.
Auf Basis dieser Untersuchungen wird ein Schwellenbereich für die Virus-RNA-Last von 107-106 Kopien/ml vorgeschlagen, oberhalb dessen Untersuchungsmaterialien, die solche oder höhere Virus-RNA-Lasten aufweisen, als infektiös und die Patienten als wahrscheinlich kontagiös einzuschätzen sind (siehe auch hier).

Unser Laboratorium hat diese Bezugsproben auf allen Analyzern gemessen und die korrespondierenden Ct-Werte ermittelt (:

Gerät
Methode
Gen
Ct-Wert bei Bezugsprobe mit 106 Kopien/ml
Ct-Wert bei Bezugsprobe mit 107 Kopien/ml
Roche cobas 6800 combitest (Inf A/B)
cobas SARS-CoV-2
E
25
22
orf-1a
25
22
Roche cobas 6800 singletest
cobas SARS-CoV-2
E
25
22
orf-1a
24
21
Roche MagNAPure + z480/TIB MOLBIOL
Light Mix Modular SARS CoV-2
E
26
22
RdRP
30
26
Vela Sentosa
ViroKey SARS-CoV-2
N
23
19
orf-1a
20
17
Mikrogen Respipanel
ampliCube Coronaviruspanel
orf-1a/b
28
25
Roche cobas liat
cobas SARS-CoV-2 & Influenza A/B
N & orf1ab
20
17
cephaid GeneXpert
Xpert Xpress SARS-CoV-2
E
24
21
N2
27
24

Grenzen des Verfahrens

  • Negative Ergebnisse schließen, wie bei anderen Tests auch, eine SARS-CoV-2-Infektion nicht aus und dürfen nicht als alleinige Grundlage für die Behandlung oder andere Entscheidungen bezüglich der Versorgung des Patienten herangezogen werden.
  • Falsch-negative Ergebnisse können auftreten, wenn eine Probe nicht fachgerecht entnommen, transportiert oder gehandhabt wird, wenn zu wenig nachweisbare RNA vorhanden ist oder wenn mindestens ein Zielvirus die Amplifikation anderer Zielsequenzen hemmt.
  • Es kann zu ungültigen Ergebnissen kommen, wenn zu wenig Probe vorhanden ist oder die Probe hemmende Substanzen enthält, die die Isolierung und/oder Amplifikation und Detektion der Ziel-Nukleinsäuren verhindern.
  • Mutationen in den Zielregionen, die durch den SARS-CoV-2-Test abgedeckt werden, können die Primer- und/oder Sondenbindung beeinträchtigen und dadurch zur Nichterkennung des Virus führen.

Analytische Sensitivität:

  • Nachweisgrenze (Trefferquote von 95%):
    • SARS-CoV-2
      • 0.012 TCID50/ml
      • 12 Kopien/ml

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Herstellerangaben