Respiratorisches Panel inkl. SARS-CoV-2

Respirat. Panel inkl. SARS-CoV-2

Allgemeines

  • Viele virale und bakterielle Atemwegserreger können sehr ähnliche klinische Bilder hervorrufen.
  • Das Respiratorische Panel ist ein qualitativer In-vitro-Multiplex-Diagnosetest auf Nukleinsäurebasis
  • Es ermöglicht den Nachweis und gleichzeitig die Bestimmung mehrerer bakterieller und viraler Nukleinsäuren direkt aus dem Abstrich von Personen mit Anzeichen und/oder Symptomen von Bronchitis oder Pneumonie/oberer oder unterer Atemwegsinfektion.
  • Die folgenden 23 Organismen werden bei Anwendung des Panel bestimmt:
    • Viren:
      • Adenovirus
      • Pool aus:
      • Coronaviren gepooled (HKU1, NL63, OC43, 229E)
      • Middle East Respiratory Syncial CoronaVirus (Mers-CoV)
      • Humaner Metapneumovirus
      • Humaner Rhinovirus/Enterovirus
      • Influenza A
      • Influenza A/H1N1
      • Influenza B
      • Parainfluenza, gepooled
      • RSV
      • Parechovirus
      • Bocavirus
    • Bakterien:
      • Legionella spp.
      • Chlamydophila pneumoniae
      • Mycoplasma pneumoniae
      • Bordetella pertussis
      • Bordetella parapertussis
      • Bordetella holmesii

Indikation

  • Verdacht auf Pneumonie
    • Fieber
    • Husten
    • Auswurf
    • Tachypnoe/erhöhte Atemfrequenz
    • Sauerstoff-Sättigungsverminderung
    • Infiltrate im Röntgen
  • Verdacht auf Bronchitis
    • Husten
    • Auswurf
  • Therapierefraktärität gegenüber üblicher Therapie
  • Unklarere epidemiologische Situationen
  • Fulminante Verläufe
  • Beatmungspflichtigkeit

Material

eSwab Applikator mit Tupfer in Standardgröße
Probenmaterial:
Probenentnahme:
  • Die Probe sollte gemäß einem Standardverfahren genommen und in das Applikator-Röhrchen überführt werden.
Transport und Lagerung:
  • Proben sollten so schnell wie möglich verarbeitet und getestet werden.

Ansatz- / Messzeiten

täglich

Referenzbereich

Abstrich:

  • Nicht nachgewiesen

Beurteilung der Ergebnisse

  • Positive Erregertestresultate sind spezifisch für den jeweiligen Erreger

Grenzen des Verfahrens

  • Ein negatives Testresultat kann eine Infektion mit den jeweiligen Erregern nicht gänzlich ausschließen.

Methode

Multiplex-PCR

*) = Fremdversand; ° = nicht akkreditiert

Methodenbeschreibung

Bei dem Test handelt es sich um ein Real-Time (Echtzeit) RT (Reverse Transkriptase) PCR-System. Es verwendet spezifische Primer und markierte Sonden für die Umschreibung der RNA in cDNA, Amplifikation und Detektion der RNA.

Um sicherzustellen, dass die aus der Patientenprobe isolierten Nukleinsäuren keine RT-PCR-inhibierenden Substanzen enthalten, wird der Probe während der Nukleinsäureisolierung eine Interne Kontrolle (IC) zugesetzt. Diese IC wird im selben RT-PCR-Ansatz in cDNA umgeschrieben, amplifiziert und detektiert. So können falsch negative Testergebnisse aufgrund einer Inhibition der RT-PCR-Reaktion ausgeschlossen werden. Gleichzeitig dient die IC als Nachweis der Nukleinsäure-Extraktion aus der Patientenprobe.

Sonden für die spezifische Detektion der erregerspezifischen Nukleinsäuren und Sonden sind mit Reporter-Farbstoffen markiert. Dadurch ist die simultane Detektion aller Zielsequenzen in einem Reaktionsansatz möglich.

Der Ct-Wert (cycle threshold) beschreibt den Teil der Kurve, in dem die Fluoreszenz erstmals exponentiell über den Hintergrundwert ansteigt.

Literatur

  • Labor und Diagnose, Thomas L., XX. Auflage 2012
  • Laborlexikon, Gressner X. 3. Auflage 2018
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Beurteilung
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Literatur