Lamblien-Ag-Nachweis im Stuhl

Allgemeines

  • Beim Lamglien-Antigen-Nachweis wird Giardia lamblia Zystenwandprotein 1 (CWP-1) im Stuhl nachgewiesen.
  • Der Antigentest ist sensitiver als die Stuhl-Mikroskopie.
  • Giardia lamblia (syn. Lamblia intestinalis) ist ein weltweit verbreitetes parasitisches Protozoon. Die Angaben zur Inzidenz reichen von 2 – 7% in industrialisierten Ländern bis zu über 50% in tropischen Regionen.
  • Klinik:
    • Die Infektion mit Giardia lamblia führt zur Giardiasis. Die klinische Manifestation reicht von asymptomatischer Infektion (asymptomatischer Trägerstatus) bis zu schwerer, akuter Diarrhoe („Lamblienruhr“), die häufig mit krampfartigen Unterleibsschmerzen und Flatulenz einhergeht.
    • Als Folge einer chronischen Giardiasis kann sich ein Malabsorptionssyndrom mit ernsthaftem Gewichtsverlust entwickeln.
    • Nach der etwa fünftägigen Inkubationszeit dauert die Symptomatik in akuten Fällen ca. 5 Tage, in chronischen Fällen bis zu 2 Monate an.
  • Durch das Vorkommen sowohl beim Menschen als auch bei verschiedenen Säugetierarten hat Giardia lamblia auch als Zoonoseerreger Bedeutung.
  • Lebenszyklus:
    • Der Lebenszyklus von Giardia lamblia ist durch die vegetative Lebensform, den Trophozoiten, und die Zyste als infektiöse Dauerform charakterisiert.
    • Der birnenförmige und durch 4 Geißelpaare aktiv bewegliche Trophozoit parasitiert vorwiegend im Dünndarm.
    • Ein Befall der Gallenblase als Folge einer aufsteigenden Infektion ist möglich.
    • Die Trophozoitenform vermehrt sich durch Zweiteilung.
    • Durch bestimmte äußere Faktoren (pH-Wert, Gehalt an Gallensalzen) wird die Differenzierung von Trophozoiten zu Zysten ausgelöst.
    • Während des 12-48 stündigen Enzystierungsprozesses werden die für die Zystenwandbildung benötigten Proteine und Glycopolymere im Trophozoiten produziert und in Enzystierungs-spezifischen, sekretorischen Vesikeln (ESV) an die Zelloberfläche transportiert, durch Exocytose freigesetzt und in die Zystenwand inkorporiert.
    • Die Zystenwandproteine (Cyst Wall Proteins) CWP-1 und CWP-2 stellen hierbei die Hauptbestandteile der Zystenwand dar

Indikation

Akute Giardiasis:

  • Diarrhoe
  • Unwohlsein
  • Übelriechende Stühle (Steatorrhoe)
  • Abdominelle Krämpfe, Blähungen
  • Gewichtsverlust
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Verstopfung
  • Urticaria

Chronische Giardiasis:

  • Dünne Stühl, üblicherweise kein Durchfall
  • Steatorrhoe
  • Ausgeprägter Gewichtsverlust (10-20% des KG)
  • Malabsortion
  • Wachstumsstörungen
  • Schwäche
  • Depression
  • Abdominelle Krämpfe
  • Borborygmi

Material

Stuhlröhrchen mit Spatel
  • 200 mg Stuhl, möglichst 3 Proben von 3 aufeinanderfolgenden Tagen im Stuhlröhrchen
    • Stuhlproben sollten sofort nach der Entnahme bei 2 – 8°C gelagert und innerhalb von 72 h untersucht oder eingefroren bei -20°C gelagert werden.
Stabilität
Raumtemperatur
4 Stunden
2 – 8°C
3 Tage

Referenzbereich

Stuhl:

  • negativ

Beurteilung der Ergebnisse

  • Die untere Nachweisgrenze wurde durch Titration von mit Zysten, Trophozoiten und rekombinantem CWP-1 aufgestockten Stuhlproben mit 1,6 x 103 Zysten, 6,3 x 104 Trophozoiten und 3,1 ng CWP-1 pro ml Stuhlsuspension bestimmt

Methode

EIA

*) = Fremdversand; ° = nicht akkreditiert

Literatur

  • Leder, K, Giardiasis: Epidemiology, clinical manifestations, and diagnosis, uptodate, Zugriff am 20.01.2020
  • Serazym® Giardia, Prukt- und Gebrauchsinformation
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