Immunglobulin M (IgM) im Serum

Immunglobulin M (IgM) im Serum

Themenübersicht

Allgemeines

  • IgM besteht üblicherweise aus 10 schweren µ-Ketten und 10 leichten Ketten (Kappa- oder Lambda-Typ), letztere jedoch in einem Molekül immer uniform. Dazu kommt noch eine Verbindungskette (J-Kette), die alle µ-Ketten miteinander verknüpft, so dass vereinfacht betrachtet, ein
    Pentamer im Vergleich zu IgG besteht.
  • IgM ist das größte Immunglobulin (MG = 970000), sein Anteil an den Plasmaimmunglobulinen beträgt jedoch nur 6 %.
  • IgM ist der erste spezifische Antikörper, der nach einer Infektion im Serum erscheint. Es vermag das Komplement zu aktivieren und hilft damit,
    Bakterien abzutöten. Der IgM-Spiegel sinkt nach Abklingen der Infektion aber im Gegensatz zu IgG relativ schnell wieder ab. Diesen Umstand macht man sich bei der Differentialdiagnose zwischen akuter und chronischer Infektion zunutze, indem man die Titer von spezifischem IgM mit denen von spezifischem IgG vergleicht. Überwiegt IgM, so ist die Infektion akut, überwiegt dagegen IgG, so handelt es sich um eine eher chronische Infektion (z.B. bei Rubeolen, Virushepatitis).

Indikation

  • Überprüfung der humoralen Immunität

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können Lithium-Heparin- und K2-EDTA-Röhrchen verwendet werden.
Stabilität
15-25 °C
2 Monate
2-8 °C
4 Monate
(-25)-(-15) °C
6 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jederzeit
an anderen Tagen
jederzeit

Referenzbereich

0.4 – 2.3 g/l

Variable Referenzbereiche
Alter
IgM (g/l)
Alter
IgM (g/l)
Neugeborene
10 Monate
1 Monat
11 Monate
2 Monate
12 Monate
0.00 – 1.45
3 Monate
1 – 3 Jahre
0.19 – 1.46
4 Monate
4 – 6 Jahre
0.24 – 2.10
5 Monate
7 – 9 Jahre
0.31 – 2.08
6 Monate
10 – 11 Jahre
0.31 – 1.79
7 Monate
12 – 13 Jahre
0.35 – 2.39
8 Monate
14 – 15 Jahre
0.15 – 1.88
9 Monate

Beurteilung der Ergebnisse

Erhöhungen:

  • polyklonal:
    • Infektionen
      • viral
      • bakteriell
      • parasitär
    • Lebererkrankungen
    • rheumatoider Arthritis
    • Sklerodermie
    • zystischer Fibrose
    • Heroinsucht
  • monoklonal:
    • Makroglobulinämie Waldenström auf

Erniedrigungen:

  • Proteinverlust-Enteropathien
  • Verbrennungen
  • kongenitale und erworbene Immundefizienzsyndrome

Grenzen des Verfahrens

  • Proben, die Präzipitate enthalten, müssen vor der Durchführung des Tests zentrifugiert werden.
  • Unter den Testbedingungen treten zwischen IgA und IgG bzw. IgM keine Kreuzreaktionen auf.
  • Wie auch andere turbidimetrische oder nephelometrische Verfahren liefert dieser Test keine genauen Ergebnisse bei Patienten mit monoklonaler
    Gammopathie aufgrund individueller Probeneigenschaften, die jedoch mit Elektrophorese bestimmt werden können.

Medikamente:

  • In therapeutischen Konzentrationen wurde bei üblichen Medikamenten-Panels keine Störung gefunden.

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Herstellerangaben
  • Thomas, Labor & Diagnose 2020
Übersicht
Allgemeines
Indikation
Material
Literatur