HIV-Suchtest (HIV-p24-Ag/AK)

HIV-Suchtest (HIV-p24-Ag/AK)

Themenübersicht

Allgemeines

  • Der HIV-Suchtest ist ein Kombinationstest, der sowohl HIV-1 p24-Antigen als auch Antikörper gegen HIV-1, einschließlich Gruppe O und HIV-2 in Serum und Plasma nachweist.
  • Das Humane Immundefizienzvirus (HIV), das das erworbene Immunschwächesyndrom („acquired immunodeficiency syndrome“, AIDS) auslöst, gehört zur Familie der Retroviren. HIV kann durch sexuellen Kontakt, kontaminiertes Blut und Blutprodukte oder von einer mit HIV infizierten Mutter vor, während und nach der Geburt auf das Kind übertragen werden. Bisher wurden zwei Typen von HI-Viren mit der Bezeichnung HIV-1 und HIV-2 identifiziert.
  • HIV-1 kann in 4 entfernt verwandte Gruppen unterteilt werden: Gruppe M (Main), Gruppe N (non-M, non-O), Gruppe O (Outlier) und Gruppe P.
    Aufgrund ihrer genetischen Verwandtschaft konnten bisher 9 unterschiedliche Subtypen (A bis D, F bis H, J, K) sowie mehrere zirkulierende rekombinante Formen (CRF) innerhalb der HIV-1 Gruppe M identifiziert werden.
  • Die große Mehrzahl aller HIV-1-Infektionen wird von Viren der Gruppe M verursacht, wobei jedoch die geografische Verteilung dieser Subtypen und CRF innerhalb dieser Gruppe stark schwankt.
  • Aufgrund der Unterschiede in der Sequenz der immundominanten Epitope, insbesondere der Hüllenproteine (envelope) von HIV-1 Gruppe M, HIV-1 Gruppe O und HIV-2, sind spezifische Antigene erforderlich, um ein Versagen von Immuntests für den Nachweis einer HIV-Infektion zu vermeiden.
  • Der Test verwendet zum Nachweis von HIV Ag monoklonale Antikörper; zum Nachweis von Anti-HIV-Antikörpern werden rekombinante Antigene aus der Env- und Pol-Region von HIV-1 (einschließlich Gruppe O) und HIV-2 eingesetzt.

Indikation

  • Screening im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge
  • Screening von Blutspendern
  • HIV-Indikatoren:
    • Sexuell übertragbare Erkrankungen
    • Maligne Lymphome
    • Cervicale oder anale Dysplasie oder Krebs
    • Herpes zoster
    • Hepatitis B oder C
    • Fortbestehende Mononukleose-ähnliche Erkrankung (engl. Ongoing mononucleosis-like illness (MON))
    • Unerklärbare Leukozytopenie/Thrombozytopenie
    • Seborrhoische Dermatitis/Exanthema

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum oder Plasma
  • Alternativ können folgende Plasma-Zusätze verwendet werden, sofern Trenngel eingesetzt wird:
    • Lithium-Heparin, Natrium-Heparin
    • K2- oder K3-EDTA
    • Natrium-Citrat
Stabilität
20‑25 °C
7 Tage (bei Leichen: 3 Tage)
2-8 °C
4 Wochen (bei Leichen: 7 Tage)
-20 °C (± 5 °C)
3 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jederzeit
an anderen Tagen
jederzeit

Referenzbereich

negativ

Beurteilung der Ergebnisse

  • HIV p24-Antigen in Blutproben kürzlich infizierter Patienten kann bereits 2-3 Wochen nach der Infektion nachgewiesen werden. Anti-HIV-Antikörper sind ab etwa ab 4 Wochen nach der Infektion im Serum nachweisbar.

Grenzen des Verfahrens

  • Eine unspezifische Reaktion im Screeningtest kann auftreten, da keiner der auf dem Markt befindlichen Screeningteste eine Spezifität von 100% aufweist. Ursachen für solche „Falsch-Reaktivitäten“ können sein:
    • Autoantikörper
    • Immunkomplexe
    • andere Infektionen
    • vorausgegangene Impfungen
    • das Vorliegen von Rheumafaktoren

Weiterführende Untersuchungen

Die Grundlage einer gesicherten Diagnose einer HIV-Infektion ist die Stufendiagnostik. An einen positiven Suchtest muss sich eines der folgenden Verfahren anschließen (beide sind in der zweiten Ebene der Stufendiagnostik austauschbar):

Literatur

  • Herstellerangaben
  • Thomas, Labor & Diagnose 2020
  • Rabenau et al. (2015) Bundesgesundheitsblatt
Übersicht
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Indikation
Material
Literatur