Anti-Hepatitis A-Virus-Antikörper IgG/IgM (Anti-HAV II)

Anti-HAV-AK IgG/IgM

Allgemeines

  • Immunologischer In-vitro-Test zum qualitativen Nachweis der Gesamt-Antikörper (IgG und IgM) gegen Hepatitis‑A-Virus (HAV) in Humanserum
    und ‑plasma.
  • Der Test dient als Hilfsmittel zur Erkennung einer ausgeheilten oder bestehenden Hepatitis-A-Infektion sowie zum Nachweis der Antikörperreaktion auf HAV bei Impfempfängern.
  • Das Hepatitis-A-Virus (HAV) ist ein unbehülltes, einzelsträngiges RNA-Virus, das zur Familie der Picornaviren gehört. Bis heute wurden nur ein humaner Serotyp und 6 Genotypen beschrieben, von denen 3 (Genotyp I, II und III) als humanpathogen gelten. Ursprünglich wurden 7 Genotypen charakterisiert. Nachfolgende Analysen konnten die Genotypen II und VII jedoch als Subtypen des Genotyps II identifizieren.
  • Das Viruskapsid besteht aus 3 Hauptstrukturproteinen (VP1‑VP3) und einem mutmaßlich vierten Protein (VP4), die auf der Oberfläche des Viruspartikels eine über alle Genotypen hinweg hoch konservierte immundominante Struktur bilden. Die Immunantwort ist nach Impfung oder natürlicher Infektion direkt gegen diese Struktur gerichtet.
  • HAV zählt zu den häufigsten Ursachen einer infektiösen Gelbsucht. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral. HAV verursacht akute Hepatitis, steht jedoch nicht mit einer chronischen Lebererkrankung in Verbindung, da das Virus
    nicht im Organismus persistiert.
  • Gesamt Anti‑HAV (Anti‑HAV IgM und IgG) ist bereits mit dem Auftreten von Symptomen und aufgrund des Vorhandenseins von IgM positiv. Nach einer natürlichen Infektion sind Anti‑HAV‑IgG-Antikörper normalerweise bereits früh im Infektionsverlauf zu finden. Sie bleiben lebenslang nachweisbar und verleihen Schutz vor einer Erkrankung bei möglichen Re-Infektionen. Heutzutage stehen sowohl Impfstoffe gegen HAV als auch Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B zur Verfügung.
  • Anti‑HAV‑IgG-Antikörper lassen sich etwa 2 Wochen nach einer HAV-Impfung nachweisen. Bei einer vollständigen Immunisierung besteht üblicherweise ein langjähriger Schutz. Zur Definierung einer schützenden
    Antikörperantwort wurden bei klinischen Impfstoffstudien typischerweise Anti‑HAV-Konzentrationen von > 20 IU/L verwendet, bei manchen Studien auch nur > 10 IU/L. Ein positives Anti‑HAV-Ergebnis weist auf Immunschutz hin. Ungeachtet dessen können nach einer Impfung auch Anti‑HAV-negative Personen (< 20 IU/L) schützende Antikörper-Konzentrationen aufweisen.
  • Eine absolute untere Anti‑HAV-Grenze, die zur Verhinderung einer HAV-Infektion erforderlich wäre, wurde nicht definiert.
  • In-vitro-Studien mit einem aus einer Zellkultur stammenden Virus haben gezeigt, dass niedrige Antikörperspiegel (z. B. < 20 IU/L) neutralisierend wirken können.
  • Tests zum Nachweis von Anti‑HAV-Antikörpern werden zur Bestimmungeiner bestehenden oder ausgeheilten HAV-Infektion oder zur Verfolgung der Immunreaktion nach HAV-Impfung verwendet

Indikation

  • Erkennung einer ausgeheilten oder bestehenden Hepatitis-A-Infektion
  • Nachweis der Antikörperreaktion auf Hepatitis A-Virus bei Impfempfängern

Material

Sarstedt Serum-Gel-Monovette 7,5 ml
BD Serum-Gel-Vacutainer 8,5 ml
  • 2 ml Blut entsprechen etwa 1 ml Serum
Stabilität
Raumtemperatur
6 Tage
2 – 8°C
14 Tage
-20°C
3 Monate

Cutoff

< 20 IU/l

Beurteilung der Ergebnisse

Anti-HAV-IgG/IgM
< 20 IU/l
Kein Hinweis auf Hepatitis-A-Infektion; ein negatives Ergebnis nach der Neuimpfung schliesst eine Immunität nicht aus
> 20 IU/l
Bestehende oder ausgeheilte Hepatitis A-Infektion; Vorliegen von Anti-HAV Antikörpern nach Hepatitis A-Impfung

Grenzen des Verfahrens

  • Bei Patienten mit hohen Biotindosen sollte die Probenentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen.

Weiterführende Untersuchungen

Methode

kompetitiver ECLIA – qualitativ

Übersicht
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Beurteilung
Methode
Literatur