GLDH

GLDH

Themenübersicht

Allgemeines

  • Der praktische Wert der GLDH-Bestimmung liegt in der Differentialdiagnostik von Lebererkrankungen.
  • Eine Erhöhung der Serum-GLDH ist Indikator einer schweren Zellschädigung des Leber-Parenchyms und ein Maßstab für die Schwere des akuten Leberschadens.

Indikation

  • Beurteilung von Schwere (Nekrose) und Ausmaß einer akuten Leberparenchym-Schädigung, insbesonders der akuten Stauungsleber
  • Differentialdiagnose der Lebererkrankungen
  • Marker des Alkoholentzugs

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können EDTA- und Lithium-Heparin-Röhrchen verwendet werden
Stabilität
15-25 °C
7 Tage
2-8 °C
7 Tage
(-25)-(-15) °C
4 Wochen

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jederzeit
an anderen Tagen
jederzeit

Referenzbereich

Siehe Tabelle:

Serum:
Mann:
< 120 nmol/s*l
Frau:
< 80 nmol/s*l

Beurteilung der Ergebnisse

  • Die GDH ist ein Leber-spezifisches Enzym. Als Suchtest auf Erkrankungen der Leber und Gallenwege ist sie jedoch ungeeignet, da die diagnostische Sensitivität nur 47 % beträgt.
  • Der praktische Wert der GLDH Bestimmung liegt in der Differentialdiagnostik von Lebererkrankungen. Denn die Erhöhung der GLDH im Serum ist der Indikator einer schweren Zellschädigung des Parenchyms der Leber und die Aktivität in Relation zu den leichter freigesetzten zytosolischen Aminotransferasen ein Maßstab für die Schwere des akuten Leberschadens.
  • Im Vergleich zur ALT, die nur im Zytoplasma vorkommt und der AST, die im Zytoplasma und den Mitochondrien lokalisiert ist, wird die GLDH:
    • Kaum freigesetzt bei generalisierten entzündlichen Erkrankungen der Leber, z.B. der Virushepatitis.
    • Vermehrt freigesetzt bei Lebererkrankungen, bei denen die Nekrose des Hepatozyten um die Zentralvene des Leberläppchens das vorherrschende Ereignis ist, wie bei der akuten Stauungsleber, der hypoxischen Hepatopathie oder der toxischen Leberschädigung, z.B. durch Alkohol.

Grenzen des Verfahrens

Medikamenteninteraktionen

  • In therapeutischen Konzentrationen wurde bei üblichen Medikamentenpanels keine Interferenz gefunden.
  • Ausnahmen:
    • Temozolomid in therapeutischen Konzentrationen kann zu falschen Ergebnissen führen.
    • Physiologische Plasmakonzentrationen von Sulfasalazin und Sulfapyridin können zu falschen Ergebnissen führen.

Hemmung:

  • In Gegenwart von Natriumfluorid werden erniedrigte Werte gemessen.

Halbwertszeit:

  • 14–18 h

 

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Herstellerangaben
  • Thomas, Labor & Diagnose 2020
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