Gentamicin

Gentamicin

Themenübersicht

Allgemeines

  • Gentamicin ist ein hochwirksames Aminoglykosid-Antibiotikum mit breitem Spektrum, das gegenüber den meisten empfänglichen Erregern eine antibakterizide Wirkung besitzt.
  • Aufgrund folgender Eigenschaften hat sich Gentamicin bei der Behandlung schwerer, insbesondere durch gramnegative Erreger hervorgerufener Infektionen bestens bewährt:
    • Bei therapeutischen Serumkonzentrationen zwischen 4 und 10 µg/mL (8.4 und 20.9 µmol/L) hemmt Gentamicin das Wachstum zahlreicher grampositiver Kokken, insbesondere Penicillinase-produzierender Staphylokokken.
    • Bei einer Konzentration von 10 µg/mL (20.9 µmol/L) werden die meisten Stämme von E. coli, Proteus spp., Klebsiella, Aerobacter, Clostridium, Brucella spp., Salmonella, Serratia und Shigella gehemmt.
    • Bei Konzentrationen zwischen 4 und 10 µg/mL (8.4 und 20.9 µmol/L) ist Gentamicin gegen die meisten Pseudomonas aeruginosa-Stämme wirksam.
  • Für die Festlegung des therapeutischen Bereichs sollten die maximalen sowie die minimalen Gentamicinkonzentrationen bestimmt werden.
  • Bei Patienten mit bereits bestehender Nierenschädigung oder solchen, denen Gentamicin bereits über einen längeren Zeitraum oder in einer Dosierung oberhalb des therapeutischen Bereichs verabreicht wurde, kann sich ein Gehörschaden und/oder Nephrotoxizität entwickeln.
  • Daher ist die Kontrolle der maximalen und minimalen Gentamicinkonzentration zur Vermeidung dieser schwerwiegenden Komplikationen durch eine angepasste Einstellung der Dosierung entscheidend.

Indikation

  • Therapeutisches Drug-Monitoring
  • Verlaufsbeurteilung einer Gentamicin-Überdosierung, insbesondere bei:
    • älteren Patienten
    • Neugeborenen
    • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können K2– und K3-EDTA-, Citrat- und Lithium-Heparin-Röhrchen verwendet werden.

Hinweis:

  • Konzentrationsbestimmungen sollten nach Erreichen des Steady-State nach 3 bis 5 Dosen erfolgen.
  • Zur Bestimmung der Peak-Konzentration muss das Blut 30 min. nach Ende einer Infusion über 30 Minuten (bzw. 1 Std. nach i.m. Gabe) abgenommen werden.
  • Zur Bestimmung der Tal-Konzentration Blutentnahme unmittelbar vor der nächsten Dosis.
  • Eine Kreatinin-Bestimmung vor Therapie und anschließend jeden 1. bis 3. Tag während der Therapie wird empfohlen.
Stabilität
20-25 °C
4 Stunden
2-8 °C
1 Woche
-20 °C
4 Wochen

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
bei Bedarf
an anderen Tagen
bei Bedarf

Referenzbereich

siehe Tabelle

Gentamicin [mg/l]:
Ther. Bereich:
Spitzenspiegel:
5.0 – 10.0
Talspiegel:
< 2.0
Tox. Bereich:
Spitzenspiegel:
> 12.0
Talspiegel:
> 2.0

Beurteilung der Ergebnisse

  • Die Tal-Konzentration gibt einen wichtigen Hinweis auf die mögliche Akkumulation von Gentamicin.
  • Konzentrationsbestimmungen sollten nach Erreichen des Steady-State nach 3 bis 5 Dosen erfolgen.
  • Bestimmung von Talspiegeln je nach klinischem Zustand des Patienten alle 3 bis 4 Tage (oder kürzer) wiederholen.

Hinweis:

  • Talspiegel (Probe am Ende des Dosierungsintervalls entnommen) sollten 2 µg/ml Gentamicin bei zweimal täglicher Anwendung und 1 µg/ml bei einmal täglicher Dosierung nicht überschreiten.

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Herstellerangaben
  • BfArM, Gentamicin Art. 45
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Material
Literatur