Gamma-GT

Gamma-GT

Themenübersicht

Allgemeines

  • Die γ-Glutamyltransferase dient zur Diagnose und Verlaufskontrolle von hepatobiliären Erkrankungen. Bei diesen Erkrankungen ist die Enzymaktivität der GGT häufig der einzige Parameter, der erhöht ist, und stellt somit einen der empfindlichsten der bekannten Indikatoren dar.
  • Die γ-Glutamyltransferase wird außerdem als sensitiver Screeningtest zur Erkennung eines versteckten Alkoholismus eingesetzt.
  • Bei Patienten unter Langzeitmedikation mit Phenobarbital und Phenytoin finden sich ebenfalls erhöhte GGT-Aktivitäten im Serum.
    1969 wurde von Szasz die erste kinetische Bestimmung der GGT im Serum mit dem Substrat γ-Glutamyl-p-nitroanilid und dem Akzeptor Glycylglycin veröffentlicht. Wegen der schlechten Löslichkeit des γ-Glutamyl-p-nitroanilids untersuchten Persijn und van der Slik zahlreiche Varianten des Substrats auf ihre Löslichkeit und fanden das wasserlösliche Substrat L-γ-Glutamyl-3-carboxy-4-nitroanilid, das sich hinsichtlich Löslichkeit und Stabilität überlegen zeigte. Die Ergebnisse korrelieren mit denjenigen, die mit dem Originalsubstrat erzielt wurden.
    Die International Federation of Clinical Chemistry (IFCC) empfahl 2002 die standardisierte Methode zur Bestimmung der GGT mit optimierter Substratkonzentration, Verwendung von NaOH, Glycylglycin-Puffer sowie Probenstart.

Indikation

  • Screening auf Erkrankungen der Leber und der Gallenwege im Muster mit der ALAT und der CHE.
  • Differentialdiagnose und Verlaufsbeurteilung von Erkrankungen der Leber und der Gallenwege.
  • Kontrolle des chronischen Alkoholismus in Kombination mit anderen Laboruntersuchungen (Blutalkohol, Urin-EtG, CDT)
  • Risikomarker für eine Vielzahl chronischer Erkrankungen.

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können EDTA- und Lithium-Heparin-Röhrchen verwendet werden
Stabilität
20-25 °C
7 Tage
2-8 °C
7 Tage
(-25)-(-15) °C
1 Jahr

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jederzeit
an anderen Tagen
jederzeit

Referenzbereich

Männer: < 1.00 µmol/s*l

Frauen: < 0.65 µmol/s*l

Alter
männlich
weiblich
1 Tag – 6 Monate
0.20 – 2.03
0.25 – 2.20
7 – 12 Monate
0.02 – 0.65
0.02 – 0.65
1 – 12 Jahre
005 – 0.37
0.07 – 0.37
13 – 18 Jahre
0.03 – 0.70
0.07 – 0.40

Beurteilung der Ergebnisse

Erhöhungen:

  • akute Virushepatitis durch hepatotrope Viren
  • chronische Virushepatitis durch hepatotrope Viren
  • Leberzirrhose
  • Fettleber
  • akute Vergiftung
  • Cholestase
    • extrahepatische Cholestase
    • primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
    • intrahepatische Cholestase
    • Schwangerschafts-Cholestase (intrahepatic cholestasis of pregnancy, ICP)
    • biliäre Atresie
    • Byler’s Syndrom
  • primäre Lebertumoren, Lebermetastasen
  • Durchblutungsstörungen
  • Medikamente
  • Xenobiotika
  • Alkoholische Hepatopathie
  • Parenterale Ernährung

Grenzen des Verfahrens

Blutentnahme:

  • In Citrat-, Oxalat- oder Fluorid-haltigem Blut ist die GGT niedriger als im Serum.

Hämolyse:

  • Führt ab Konzentration des freien Hb von 2 g/l zu erniedrigten Werten

Halbwertszeit:

  • Ist 7–10 Tage und bei Alkoholikern bis zu 28 Tage

Makroenzyme:

  • GGT-Makroenzyme treten nur bei hepatobiliären Erkrankungen auf, haben aber diagnostisch und differentialdiagnostisch keine Bedeutung.

Kontrazeptiva:

  • Erhöhungen der GGT treten bei oralen Kontrazeptiva die Norgestrel oder Levonorgestrel als Progestagen enthalten auf.

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Herstellerangaben
  • Thomas, Labor & Diagnose 2020
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