Echinococcus-Antikörpernachw.

Allgemeines

  • Die Echinococcose ist eine Zoonose, eine von Tieren auf den Menschen übertragene Erkrankung, die durch Bandwürmer verursacht wird.
    • Hundebandwurm (Echinococcus granulosus)
      • Zystische Echinokokose
    • Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)
      • Alveoläre Echinokokkose
  • Infektionsmodus:
    • Eier werden über den Stuhl von infizierten Hunden, Wölfen und Füchsen ausgeschieden und werden durch Menschen entweder durch engen Kontakt mit den Tieren oder durch kontaminierte Lebensmittel aufgenommen.
  • Vorkommen:
    • Die Erkrankung tritt unter anderem in Regionen auf, wo Hunde Kontakt zu Tierorganen mit infizierten Zysten haben, typischerweise von Schafen oder Rindern (Zwischenwirte).
    • Die Lungenform ist auf nordeuropäische Länder beschränkt, wo es Füchse gibt.
  • Risikofaktoren:
    • Enger Kontakt zu infizierten Tieren
    • Verzehr von nicht durcherhitzten Fleischprodukten und Gemüse, die mit Echinokokkus-Eiern infiziert sind.

Indikation

  • Zysten unklarer Genese
  • unklare Oberbauch-Beschwerden
  • Raumforderungen von Leber und Lunge
  • Dyspnoe
  • Hämoptysen

Material

Sarstedt Serum-Gel-Monovette 7,5 ml
BD Serum-Gel-Vacutainer 8,5 ml
  • 2 ml Serum ≙ 4 ml Blut im Serum-Röhrchen

Ansatz- / Messzeiten

täglich

Referenzbereich

negativ

Beurteilung der Ergebnisse

  • Sensitivität der Serologie:
    • bei E. granulosus: ca. 80%
    • bei E. multilocularis: ca. 95%
  • Gemäß § 7 Abs. 1 IfSG, gültig seit 01.01.2001, ist der direkte oder indirekte Labornachweis nichtnamentlich meldepflichtig

Grenzen des Verfahrens

  • Eine Differenzierung der Arten gelingt mit einer Spezifität von 80 – 95%, wenn eine hohe Konzentration an Genus-spezifischen Antikörpern vorliegt, ist dagegen schwierig bei niedriger oder grenzwertiger Konzentration wie sie z. B. bei nicht mehr vitaler E. granulosus-Zyste oder nach Therapie zu erwarten sind.
  • Antikörper können nach medikamentöser oder chirurgischer Therapie noch jahrelang auf niedrigem Niveau persistieren.
  • Ein negatives serologisches Ergebnis kann, insbesondere bei bestehendemd Herdnachweis (Abkapselung), eine Echinokokkose nicht ausschließen (ca. 5% der Fälle einer E. multilocularis-Infektion und ca. 20 – 40% einer E. granulosus-Infektion sind seronegativ)

Weiterführende Untersuchungen

  • Bildgebende Verfahren
  • Eine Blut-Eosinophilie liegt praktisch nie vor.

Methode

EIT (IgG) *)

*) = Fremdversand; ° = nicht akkreditiert

Literatur

  • Leistungsverzeichnis Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
  • ECDC: Facts about echinococcosis, Zugriff am 02.01.2020
  • Labor und Diagnose, Thomas L., XX. Auflage 2012
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Literatur