Digitoxin

Digitoxin

Themenübersicht

Allgemeines

  • Digitoxin gehört zur Familie der Steroid‑Herzglycoside, die aufgrund der Erhöhung der intrazellulären Ca2+‑Konzentration in Herzmuskelzellen eine positive inotrope Wirkung zeigen.

Indikation

  • Patienten unter Digitalistherapie bei Verdacht auf Intoxikation
    • kardiale Symptome, insbesondere bei Hyperkaliämie
      • Lebensbedrohliche Arrhythmien
        • VTs
        • Kammerflimmern
        • höhergradige AV-Blöcke
    • gastrointestinale Symptome
      • Anorexie
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
    • neurologische Symptome
      • Schwäche
      • Verwirrung

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können Lithium-Heparin- und EDTA-Röhrchen verwendet werden – auch mit Trenngel
Stabilität
20-25 °C
4 Tage
2-8 °C
14 Tage
-20 °C
6 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jederzeit
an anderen Tagen
jederzeit

Referenzbereich

Therapeutischer Bereich: 10 – 25 ng/ml

Beurteilung der Ergebnisse

Therapeutische Bereich: ca. 10‑25 ng/mL (13‑33 nmol/L)

Toxizitätsschwelle: 30 ng/mL (39 nmol/L)

Grenzen des Verfahrens

  • Digoxin und Spironolacton führten bei Überschreitung bestimmter Konzentrationen zu falsch erhöhten Digitoxinwerten.
  • Hydrocortison führte in Konzentrationen über 30 mg/L zu falsch erhöhten Digitoxinwerten.
  • Uzara und Canrenon führten bei den empfohlenen Tagesgaben zu falsch erhöhten Digitoxinwerten. Ouabain kann aufgrund einer Kreuzreaktion von 1.29 % falsch erhöhte Digitoxin-Werte verursachen. In Einzelfällen können Glykosid- Konzentrationen gefunden werden, die nicht mit den von der Dosierung her zu erwartenden Werten korrelieren. Ursachen können z. B. die fehlende Compliance des Patienten oder nicht berücksichtigte Prämedikation sein.
  • Digoxin-ähnliche immunreaktive Substanzen (Digoxin-like immunoreactive substances, DLIS) wurden im Blut von Patienten mit Nierenversagen, Leberversagen und bei Schwangeren im dritten Trimester gefunden.
  • Studien haben gezeigt, dass die Anwesenheit von DLIS in einer Probe bei handelsüblichen immunologischen Tests zu falsch erhöhten Digoxin- Werten führen kann. DLIS können auch mit Digitoxin-Tests interferieren.
  • Die Hersteller von Digitalis-Antidoten geben an, dass therapeutische Antikörper-Fragmente gegen Digitalis (z. B. DigiFab, DigiBind) die Messungen von Digitalis-Immunoassays stören. Daher empfiehlt der Hersteller von DigiFab, die Proben zur Bestimmung der Digitoxin- Konzentration vor Verabreichung des Antidots zu entnehmen. Demzufolge können die mit dem Digitoxin Test bestimmten Konzentrationen falsch erhöht sein, wenn sie in der Gegenwart des Antidots gemessen werden, bevor die Fab-Fragmente aus dem Körper entfernt sind.

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Herstellerangaben
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