CMT (modifizierter VDRL-Test)

Allgemeines

  • Der Parameter Cardiolipinmikroflockungstest (CMT = Lipoid-Antikörper) ist ein Marker zur Beurteilung bei Lues-/Syphilis:
    • Aktivität
    • Verlauf
    • Therapieerfolg
  • Der CMT ist ein modifizierter VDRL-Test (Venereal Disease Research Laboratory)

Siehe auch Lues-Serologie

Indikation

  • Verdacht auf Lues-Infektion
  • Screening im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge

Material

Sarstedt Serum-Gel-Monovette 7,5 ml
BD Serum-Gel-Vacutainer 8,5 ml
  • 48 Stunden im Kühlschrank bzw. Kühlzelle bei +2 – 8°C
  • bei längerer Lagerung Probenmaterial bei -20°C einfrieren

Ansatz- / Messzeiten

werktags

Referenzbereich

Serum:

  • negativ (< 1:2)

Beurteilung der Ergebnisse

Siehe auch Lues-Serologie

Positiv:

  • nicht ausreichend therapierte Lues-Infektion (nicht beweisend)
  • Reinfektion (bei signifikantem Anstieg)

Falsch-positiv (etwa 0,2% der Fälle):

  • unspezifisch (meist < 1:4):
    • Autoimmunerkrankungen
    • Infektionen
    • Gravidität
    • Krankheiten mit Gewebszerfall
    • i.v. Drogenabusus

Negativ:

  • rückläufiger Titer (in der Regel 3 – 4 Titerstufen innerhalb weniger Monate bis zu einem Jahr nach Behandlungsende) = Therapieerfolg

Falsch-negativ:

  • in den ersten 1-3 Wochen nach Infektion
  • gelegentlich bei HIV-Koinfektion:
    • Vor allem im Latenzstadium der HIV-Infektion sind bei Koinfektion sehr hohe Titer in den quantitativen Syphilis-Tests bekannt. Diese können z.B. einen falsch negativen Befund im VDRL-Screeningtest bewirken (Prozonenphänomen). Bei bis zu 10% der Patienten können ehemals positive serologische Befunde auch im Bestätigungstest negativ werden. Eine makulopapulöse Syphilis bei HIV-Infektion kann in seltenen Fällen auch seronegativ sein.

Kontrollen sollten im ersten Jahr jedes Quartal, im zweiten Jahr in halbjährlichen Intervallen, danach ggf. in jährlichen Abständen erfolgen.

Grenzen des Verfahrens

Mögliche Interferenzen bei:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Infektionen
  • Gravidität
  • Krankheiten mit Gewebszerfall
  • i.v. Drogenabusus

Weiterführende Untersuchungen

Methode

Mikroflockungstest

Methodenbeschreibung

Als Folge des durch eine Treponema-Infektion bedingten Zellzerfalls des betroffenen Gewebes werden Mitochondrien freigesetzt. Gegen Cardiolipin, ein typisches Lipid der Mitochondrienmembran, werden Antikörper vom IgM- und IgG-Typ gebildet. Der Nachweis dieser antilipoidalen Antikörper wird für die Diagnostik einer Syphilis-Infektion herangezogen.
Es handelt sich bei diesem Test um einen modifizierten VDRL-Test (Veneareal Disease Research Laboratory).
Das RPR (Rapid Plasma Reagin)-Antigen ist ein Cardiolipin-Suspension mit Holzkohle-Mikropartikeln.
Probe und RPR-Antigen werden auf einem Objektträger gemischt. Dabei führt die Antigen-Antikörper-Reaktion der Cardiolipin-Antikörper aus der Probe mit dem RPR-Antigen zur Bildung von Immunkomplexen. Durch die Vernetzung der Immunkomplexe mit den Holzkohlepartikeln wird eine deutliche Agglutination sichtbar.
Es wird ein qualitatives oder − mittels Verdünnungsreihe − semiquantitatives Ergebnis ermittelt.

Literatur

  • Hahn, Falke, Kaufmann, Ullmann  „Med. Mikrobiologie und Infektiologie“  5. Auflage 2005
  • Hofmann, Tiller  „Praktische Infektiologie“   2000
Stand: 11.11.2019
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