Chlamydien-/Gonokokken-PCR

Chlamydien-/Gonokokken-PCR

Themenübersicht

Allgemeines

  • Die Chlamydien-/Gonokokken-PCR ist ein in vitro Test zum Nachweis von DNA von Chlamydia trachomatis (CT) und Neisseria gonorrhoeae (NG) in Urin-, Ejakulatproben oder Abstrichen bei asymptomatischen und symptomatischen Patienten.
  • Zielregionen:
    • CT: kryptisches Plasmid und ompA-Gen
    • NG: DR-9-Region

Indikation

Kurative Fragestellung (Abstrich, Ejakulat, Urin (bei Gonokokken)):

  • typische Symptome
  • Umfelduntersuchungen

Präventive Fragestellung (Urin):

  • Empfängnisregelung (bis zum 25. Lebensjahr, jedes 3. Quartal)
  • Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge
    • einmal pro Schwangerschaft
    • falls erneute Schwangerschaft innerhalb eines Jahres
  • bei Schwangerschaftsabbruch

Material

Universalabstrich

Spontanurin - Erste Portion

Ejakulatbecher

  • Abstriche:
    • endozervikal/zervikal (im Rahmen einer Beckenuntersuchung empfohlen)
      • Für eine optimale Leistung des Test sind schleimfreie Proben erforderlich: Vor Entnahme sind zervixsekrete und Ausfluss mit einem großen gewickelten Abstrichtupfer zu entfernen.
    • vaginal (bei Frauen empfohlen)
    • pharyngeal (bei MSM einmal jährlich empfohlen)
    • anorektal (bei MSM einmal jährlich empfohlen)
    • urethral (bei MSM einmal jährlich empfohlen)
  • Ejakulat
  • 1 ml der ersten Portion des Spontanurins (bei Männern empfohlen, bei Frauen 10 % weniger häufig Nachweis im Vergleich zu vaginalen oder endozervikalen Abstrichproben)
    • Es wird empfohlen zum Testen des Urins Proben aus dem ersten Urinstrahl (die ersten 10 bis 50 ml des Urinstrahls) einzusetzen.
Stabilität
2 – 30 °C
12 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
ein- bis zweimal pro Woche
an anderen Tagen
nein

Referenzbereich

negativ

Beurteilung der Ergebnisse

Meldepflicht:

Bei positivem Nachweis erfolgt eine nicht namentliche Meldung an das Gesundheitsamt, sofern der direkte oder indirekte Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Chlamydia trachomatis:

  • Sachsen – soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen

Neisseria gonorrhoeae:

  • Sachsen – nur direkter Nachweis

Nachweisgrenze:

  • Chlamydia trachomatis: 40 EB (Elementary Bodies)/ml für alle Serotypen (A, B, Ba, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L1, L2, L3) und die schwedische Variante nvCT.
  • Neisseria gonorrhoeae: 1.0 CFU/ml (45 Gonorrhoe-Stämme getestet)

Analytische Spezifität und Kreuzrekativität:

  • 100 % (Panel aus 151 Bakterien, Pilzen und Viren)

Grenzen des Verfahrens

  • Die Detektion von C. trachomatis und N. gonorrhoeae hängt von der Anzahl der in der Probe enthaltenen Organismen ab und kann durch das Probenentnahmeverfahren, patientenbezogene Faktoren (Alter, Anamnese bzgl. sexuell übertragbarer Krankheiten, Symptomatik), das Infektionsstadium und/oder den infizierenden Stamm von C. trachomatis und N. gonorrhoeae beeinflusst werden.
  • Mutationen in den hochkonservierten Regionen der kryptischen Plasmid-DNA oder der genomischen DNA von C. trachomatis bzw. der genomischen DNA von N. gonorrhoeae, die durch die Primer und/oder Sonden des Tests abgedeckt sind, treten zwar selten auf, können jedoch zur Nichterkennung der Bakterien führen.
  • Neisseria gonorrhoeae kann mit kommensalen Bakterien, die in der gesunden Mikroflora von Mund und Rachen vorkommen, genetisches Material austauschen. Dieser Austausch kann isolierte DNA-Sequenzen umfassen, die in seltenen Fällen ein positives Signal mit diesem Test ergeben.
  • Der Test sollte nicht zur Bestimmung des therapeutischen Erfolgs verwendet werden, da nach einer antimikrobiellen Therapie Nukleinsäuren vorhanden sein können.
  • Urogenitalproben von Patienten, die die rezeptfreien Produkte Replens® Vaginal Moisturizer, RepHresh Odor Eliminating Vaginal Gel, RepHresh Clean Balance oder Metronidazole Vaginal Gel verwendet haben, können ungültige oder falsch-negative Ergebnisse erzielen.

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Herstellerangaben
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Material
Literatur