beta-HCG im Serum

beta-HCG im Serum

Themenübersicht

Allgemeines

  • Die Bestimmung des Gesamt-Beta-hCG dient dem Frühschwangerschaftsnachweis und dem Nachweis von Trophoblastentumoren.
  • Humanes Choriongonadotropin (hCG) gehört wie LH (luteinisierendes Hormon), FSH (follikelstimulierendes Hormon) und TSH (Thyreoidea‑stimulierendes Hormon) zur Familie der Glykoproteine und besteht aus 2 Untereinheiten (α‑ und β‑Kette), welche unter Ausbildung des intakten Hormons assoziiert sind. Während die α‑Kette in allen 4 Glykoproteinhormonen nahezu identisch ist, ist die β‑Kette sehr unterschiedlich aufgebaut und für die jeweils spezifische Hormonfunktion verantwortlich.
  • hCG wird im Verlauf der Schwangerschaft in der Plazenta produziert.
  • Außerhalb einer Schwangerschaft kann es auch durch Tumoren des Trophoblasten und von Keimzelltumoren mit trophoblastischen Gewebsanteilen sowie einigen nicht trophoblastischen Tumoren gebildet werden.
  • hCG setzt sich aus mehreren Isohormonen mit unterschiedlichen Molekülgrößen zusammen. Die biologische Wirkung des hCG dient dem Erhalt des Corpus luteum während der Schwangerschaft. hCG beeinflusst auch die Steroidproduktion. Im Serum von Schwangeren befindet sich vorwiegend intaktes hCG.
  • Die Kombination der im HCG+ß Test eingesetzten spezifischen monoklonalen Antikörper erkennen das Holohormon, die „nicked“ Formen des hCG, das ß-Core-Fragment und die freie ß-Untereinheit. Die ruthenylierten und biotinylierten Antikörper sind gegen verschiedene Epitope des hCG-Moleküls gerichtet.

Indikation

  • Frühe Diagnose der Schwangerschaft (1 Woche nach Befruchtung nachweisbar)
  • Verlaufsbeurteilung der Frühschwangerschaft (Extrauterin-Gravidität, Abortus)
  • Verlaufskontrolle von Trophoblastentumoren
  • Verdacht auf chromosomale Anomalie (Trisomie 21)

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können Litihum-Heparin- und EDTA-Röhrchen verwendet werden, möglichst mit Trenngel
Stabilität
20-25°C
5 Tage
2-8°C
14 Tage
-20°C
12 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
alle 3 Tage
an anderen Tagen
nein

Referenzbereich

< 2.00 mIU/ml für Männer

Beurteilung der Ergebnisse

Schwangerschaft:

erhöhte Werte bei :
  • Blasenmole
  • Chorionkarzinom
  • Mehrlingen
erniedrigte Werte bei:
  • ektopische Schwangerschaft, eine
  • Gestose oder einen
  • drohender (oder verhaltener) Abort

Im zweiten Trimenon können erhöhte Werte in Kombination mit erniedrigten AFP-Werten ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21 bedeuten

Außerhalb der Schwangerschaft:

erhöhte Werte bei:
  • Keimzell-, Ovarial-, Pankreas-, Magen- und anderen Tumoren auftreten
  • ggf. unspezifisch erhöhte Werte bei Frauen mit chronischer Nierenfunktionsstörung

Normbereiche für HCG im Serum im Verlauf der Schwangerschaft

Normalwerte von Serum-Beta-HCG in der Schwangerschaft (2s-Bereich)
HCG-Veränderungen zu Beginn der Schwangerschaft und nach vollständiger Kürettage
HCG-Anstieg während der ersten 7 SSW:
Normale Gravidität:
Verdopplung der HCG-Werte alle 2,5 Tage.
Extrauteringravidität:
Erniedrigte HCG-Werte bezogen auf das Gestationsalter bei zu flachem HCG-Anstieg.
Blasenmole:
Häufig zu steiler HCG-Anstieg mit erhöhten HCG-Werten. AFP-Kontrolle empfohlen
HCG-Abfall nach vollständiger Kürettage:
t ½ . 24 Stunden

Grenzen des Verfahrens

Bei Patienten unter Therapie mit hohen Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag) sollte die Probenentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen.

Weiterführende Untersuchungen

Literatur

  • Hoermann R, Berger P, Spoettl G, et al. Immunological Recognition and Clinical Significance of Nicked Human Chorionic Gonadotropin in Testicular Cancer. Clin Chem 1994;40(12):2306-2312.
  • Cole LA. Immunoassay of human chorionic gonadotropin, its free subunits, and metabolites. Clin Chem 1997;43(12):2233-2243.
  • Thomas CMG, Reijnders FJL, Segers MFG, et al. Human Choriogonadotropin (HCG): Comparisons between Determinations of Intact HCG, Free HCG β-Subunit, and “Total” HCG + β in Serum during the First Half of High-Risk Pregnancy. Clinical Chemistry 1990;36(4):651-655.
  • Schlebusch H. Prenatal screening for Down’s syndrome. In: Thomas L (ed.). Clinical Laboratory Diagnosis, TH-Books, Frankfurt, 1st English edition 1998:1124-1125, deutsche Auflage 1998:1149-1150.
  • Sturgeon CM, McAllister EJ. Analysis of hCG: clinical applications and assay requirements. Ann Clin Biochem 1998;35:460-491.
  • Hubiont C, Doutrelepont JM, Vanherveghem JM, et al. Comparison of human chorionic gonadotropin and pregnancy-specific beta 1-glycoprotein in nonpregnant patients undergoing hemodialysis. 1986;43:(2)149-50.
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Literatur