Yersinien (Kultur)
Yersinien (Kultur)
Allgemeines
Bakterielle Enteritiserreger sind häufige Auslöser von Durchfallerkrankungen und werden meist fäkal-oral übertragen. Zu den wichtigsten bakteriellen Erregern zählen Salmonellen, Camylobacter, Shigellen, Yersinien und pathogene E. coli.
Yersinien sind gramnegative, fakultativ anaerobe Stäbchenbakterien aus der Familie der Enterobacteriaceae. In Europa sind vor allem Y. enterocolitica und Y. pseudotuberculosis mit Erkrankungen beim Menschen (Yersiniose) assoziiert. Die überwiegend lebensmittelbedingten Infektionen sind meist durch Diarrhoe, abdominale Schmerzen und Fieber gekennzeichnet. Schwere Verläufe mit pseudoappendizitischen Symptomen und mesenterialer Lymphadenitis können vorkommen. Die häufigsten Folgeerkrankungen einer Yersinien-Infektion sind reaktive Arthritiden (HLA-B27-assoziiert), Erythema nodosum und Reizdarmsyndrom.
Indikation
- Diarrhoe
- pseudoappendizitische Symptome
Material und Lagerung
- walnussgroße Stuhlprobe
- 3 – 5 ml bei flüssigem Stuhl
max. Lagerung 24 h, gekühlt
Untersuchungsauftrag
Yersinien (YERS)
Testhäufigkeit / Analysedauer
Testhäufigkeit
- täglich
Analysedauer
- 48 h
Referenzbereich
Yersinien kulturell nicht nachgewiesen.
Methode
Kultur, ggf. Resistenztestung
Grenzen des Verfahrens
Bei längerem Versand (> 2 Tage) muss mit einem Absterben empfindlicherer Keimarten gerechnet werden. Eine entscheidende Bedeutung haben wegen der meist stark überwiegenden Begleitflora bei der Untersuchung von Stuhlproben selektive Nährböden. Sie erfassen jedoch jeweils
nur begrenzte Erregerspektren.
Meldepflicht
Nach § 7 IfSG ist der direkte oder indirekte Nachweis von Yersinia spp. (darmpathogen) namentlich meldepflichtig, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.