Multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN)

Multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN)

Allgemeines

MRGN steht für Multiresistente gramnegative Bakterien (Enterobacteriaceae, P. aeruginosa, Acinetobacter baumanii Gruppe), die gegen mehrere Antibiotiklassen resistent geworden sind. Man unterscheidet 3- und 4-MRGN und in der Neonatologie zusätzlich 2MRGN-NeoPäd. Für die Klassifikation wurden die Antibiotika berücksichtigt, die als primäre bakterizide Therapeutika bei schweren Infektionen auch im Rahmen der kalkulierten Therapie eingesetzt werden.

  • Acylureidopenicilline (Piperacillin/ Tazobactam)
  • Cephalosporine der 3. und 4. Generation (Cefotaxim und/oder Ceftazidim)
  • Carbapeneme (Imipenem und/oder Meropenem)
  • Fluorchinolone (Ciprofloxacin)

Ist ein Bakterium gegenüber 3 der 4 Antibiotikagruppen resistent, so erhält das Bakterium den Zusatz „3MRGN“. Ist es gegenüber allen 4 Antibiotikagruppen resistent, erhält das Bakterium den Zusatz: „4MRGN“. Handelt es sich um Pseudomonas aeruginosa, muss die Resistenz sich auf alle Substanzen innerhalb einer Antibiotikaklasse beziehen.

Die Einordnung in die MRGN-Klassen erfolgt auf der Basis der gemessenen minimalen Hemmstoffkonzentrationen. Daneben ist der zugrunde liegende Resistenzmechanismus von Bedeutung. Neben der Bildung spezifischer bakterieller Enzyme, die Beta-Laktam-Antibiotika
unwirksam machen (ESBL, AmpC, K1, Carbapenemasen) können Porindefekte und Effluxpumpen zu einer Resistenz gegenüber Beta-Laktam-Antibiotika führen oder auch eine Kombination verschiedener Resistenzmechanismen. Bei Nachweis einer Carbapenemase erfolgt aufgrund der besonderen Relevanz immer eine Einstufung als 4MRGN.

Bei einer Besiedlung oder einer Infektion mit einem solchen Bakterium müssen besondere Hygienemaßnahmen ergriffen werden, um die Weiterverbreitung dieses Bakteriums zu verhindern.

Multiresistente gramnegative Keime treten vor allem in Krankenhäusern auf und können Patienten besiedeln oder nosokomiale Infektionen hervorrufen. Sie stellen ein großes Problem für die globale Gesundheit dar.

Indikation

  • MRGN-Screening
  • V.a. multiresistente gramnegative Bakterien (Enterobacteriaceae, P. aeruginosa, A. baumannii-Gruppe)

Material und Lagerung

Zu prüfende Bakterienkulturen von Enterobacteriaceae, P. aeruginosa und Erregern der A. baumannii-Gruppe aus Routineproben sowie Screening-Materialien zur Untersuchung auf MRGN:

  • Rektal-/Analkanalabstrich (Tupfer mit Transportmedium)
  • Rachenabstrich
  • ggf. Haut-/Leistenabstrich
  • ggf. Urin
  • ggf. Atemwegsmaterialien
  • ggf. Abstriche von chronischen Wunden oder Eintrittsstellen liegender Katherter und Sonde

 

 

 

Untersuchungsauftrag

MRGN-Screening (MRGNSC)

Testhäufigkeit / Analysedauer

Testhäufigkeit:

  • täglich

Analysedauer:

  • 48 h

Referenzbereich

negativ

Methode

Kultur und Resistenztestung

Meldepflicht

4MRGN-Nachweise sowie Nachweise von Enterobacterales und Acinetobacter spp. mit verminderter Carbapenemempfindlichkeit werden gemäß §7 IfSG an das Gesundheitsamt gemeldet.

Inhalt

analysen.mzla.de
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