Listerien (Kultur)
Listerien (Kultur)
Allgemeines
Listerien sind bewegliche, grampositive Stäbchenbakterien. Die Listeriose ist vorangig eine lebensmittelbedingte Infektionskrankheit. Listerien können in zahlreichen tierischen Nahrunsmitteln wie Fleisch, Fisch, Milch und Rohmilchprodukten sowie auch pflanzlichen (Lebensmitteln (u.a. Salat) gefunden werden. Listerien sind auch bei Kühlschranktemperatur vermehrunsgfähig. Eine Infektion ist durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch den direkten Kontakt mit infizierten Tieren möglich.
Die für den Menschen klinisch bedeutsamste Art ist Listeria monocytogenes. Gesunde Personen können asymptomatische Träger sein, wohingegen immungeschwächte Personen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe wie Sepsis und Meningitis haben. Bei Schwangeren kann eine Infektion durch transplazentäre, perinatale oder postnatale Übertragung zu schweren Komplikationen für das Kind führen.
Indikation
- V.a. invasive Listeriose (Sepsis, Meningitis, Encephalitis insbesondere bei abwehrgeschwächten Patienten)
- Schwangerschaft, bei V.a. materno-fetale Infektion
- Neugeboreneninfekion
- lebensmittelassoziierte Ausbruchssituation
Material und Lagerung
Ein Erregernachweis kann aus Blut, Liquor, Fruchtwasser, Vaginalabstrichen, Lochialsekret, Mekonium oder Stuhl erfolgen.
Untersuchungsauftrag
Erreger/ Resistenz
Testhäufigkeit / Analysedauer
Testhäufigkeit:
- täglich
Analysedauer:
- 48 h
Referenzbereich
keine Erregernachweis
Methode
Kultur, ggf. Resistenztestung
Meldepflicht
Nach § 7 IfSG ist der direkte Nachweis von Listeria monocytogenes aus Blut, Liquor oder anderen normalerweise sterilen Substraten sowie aus Abstrichen von Neugeborenen namentlich meldepflichtig, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.