Infektionen der Haut, subkutanen Weichteile und Wunden

Infektionen der Haut, subkutanen Weichteile und Wunden

Allgemeines

Haut und Weichgewebeinfektionen gehören zu den häufigsten Infektionen und bieten ein facettenreiches klinisches Bild von unkomplizierten, selbstlimitierenden, oberflächlichen Infektionen bis hin zu schweren, lebensbedrohlichen Entitäten.

Indikation

  • Der Verdacht auf eine hochvirulente und /oder hochkontagiöse Infektion
  • Nekrotisierende und abszedierende Weichgewebeinfektionen
  • Begrenzte und schwere Phlegmone
  • Pyogene Infektionen
  • Infizierte Wunden
  • Bisswunden
  • Persistierende oder progrediente Infektionen trotz Therapie
  • Hauteffloreszenzen im Zusammenhang mit systemischen Infektionen

Material und Lagerung

  • Abstriche von infizierten Stellen optimal vom Wundgrund oder aus dem Wundrand
  • Vesikel- und Blasenflüssigkeit
  • Abszessmaterial
  • Exsudat aus offenen Wunden
  • Gewebeproben, wenn indiziert und gewinnbar
  • Optimale Lagerung bei Raumtemperatur und Transport innerhalb von 6h
  • Bei längerer Wartezeit gekühlt bei 2-8°C

Untersuchungsauftrag

  • Erreger und Resistenzbestimmung
  • Bei Verdacht auf Pilze dies bitte gesondert anfordern

Testhäufigkeit / Analysedauer

  • Der kulturelle Ansatz erfolgt täglich
  • Ein Endbefund erfolgt in der Regel nach 48h
  • Bei Verdacht auf Gelenkinfektionen/Gewebeinfektionen erfolgt ein Endbefund nach 14 Tagen
  • Anaerobierdiagnostik wird über 7 Tage fortgeführt und ggf. noch mittgeteilt

Referenzbereich

Kein Keimnachweis

Methode

  • Kulturelle Anzucht auf speziellen Nährmedien
  • Massenspektrometrische oder biochemische Identifizierung
  • Empfindlichkeitsprüfung nach EUCAST und NAK

Grenzen des Verfahrens

  • Um ein relevantes Bild der Vielfalt und Menge der Mikroorganismen in den betroffenen, meist schon physiologischerweise besiedelten Strukturen zu gewährleisten, soll die Kulturanlage unmittelbar nach der Abnahme erfolgen
  • Die Menge des Patientenmaterials, sowie die Abnahmetechnik haben Einfluss auf die Nachweissensitivität
  • Bei zu langer Lagerung können einige Gattungen ihre Vermehrungsfähigkeit verlieren und so nicht mehr kulturell nachweisbar sein

Weiterführende Untersuchungen

  • Bei entsprechendem Verdacht Gewebeproben auf Mykobakterien

Meldepflicht

  • Es besteht eine Meldepflicht für Carbapenem-resistente Erreger

Literatur und Arbeitsanweisungen

  • MiQ 6 2013
  • SA-MI-GRAMN Version D
  • SA-MI-GRAMP Version E
  • SA-MI-RES Version L
  • SA-MI- PILZE Version D
  • SA-MI-ANAERO Version E

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