Blutkulturdiagnostik

Blutkulturdiagnostik

Allgemeines

Der Nachweis von Erregern in der Blutkultur ist eine entscheidende Hilfe in der Therapie bakterieller und durch Pilze verursachter Infektionskrankheiten. Die Blutkulturdiagnostik dient dem Nachweis des ursächlichen Erregers bei eindeutigem klinischen Bild auf eine Sepsis, sowie bei Bakteriämie oder Fungämie ohne klare klinische Symptome.

Indikation

Die Abnahme von Blutkulturen ist immer indiziert, wenn:

  • Die klinischen Kriterien für eine Sepsis, eine schwere Sepsis oder einen septischen Schock vorliegen
  • Der Verdacht auf eine systemische Beteiligung bei einer lokalisierten Infektion besteht
  • Der Verdacht auf eine zyklische Infektionskrankheit besteht
  • Der Verdacht auf eine Bakteriämie oder Fungämie im Rahmen einer subakuten Endokarditis oder einer Katheter-assoziierten Infektion besteht
  • Bei Fieber unklarer Genese

Material und Lagerung

  • Immer 2 Flaschen (eine aerobe und eine anaerobe Flasche)
    • Bei dringenden klinischen Fällen von 2-3 verschiedenen Venenpunktionsstellen
    • Bei weniger dringenden Fällen 2-3 Blutkulturen innerhalb von 24h
  • Unverzüglicher Transport ins Labor, max. 16h bei Raumtemperatur

Untersuchungsauftrag

  • Erreger und Resistenzbestimmung
  • Bei Verdacht auf Pilze dies bitte gesondert anfordern

Testhäufigkeit / Analysedauer

  • Die Bebrütung der Blutkulturflaschen erfolgt direkt nach dem Eintreffen im Labor
  • Nach 2 Tagen bekommen Sie einen Teilbefund mit einem Zwischenergebnis
  • Nach 5 Tagen bekommen Sie einen Endbefund
  • Bei Verdacht auf Endokarditis wird die Bebrütungsdauer auf 14 Tage verlängert
  • Bei einem positiven Signal der Blutkulturen werden diese 24h/7tage die Woche bearbeitet
  • Der Einsender wird telefonisch informiert und erste Teilergebnisse mitgeteilt

Referenzbereich

Kein Keimwachstum/negativ

Methode

  • Teilautomatische Bebrütung
  • Kulturelle Anzucht auf speziellen Nährmedien
  • Massenspektrometrische oder biochemische Identifizierung
  • Empfindlichkeitsprüfung nach EUCAST und NAK

Grenzen des Verfahrens

  • Fehler in der Präanalytik führen zu falsch-positiven Blutkulturen, z.Bsp. durch Kontamination während der Abnahme und fehlender Kennzeichnung der Flaschen
  • Ursachen für Falsch-negative Blutkulturen sind:
    • Eine bereits begonnene antimikrobielle Therapie
    • Unzureichende Befüllung der Blutkulturflaschen
    • Die Entnahme von nur einer Blutkultur
    • Zu lange Lagerungs- und Transportzeiten

Weiterführende Untersuchungen

  • Bei Verdacht auf eine Katheter-assoziierte Infektion kann die Katheterspitze in einem sterilen Gefäß zur Untersuchung eingesandt werden
  • Biofire BK-Panel
  • Serologische Antikörper-Nachweise

Meldepflicht

  • darmpathogener Erreger (Bsp. Salmonellen)
  • Haemophilus influenzae
  • Listeria monocytogenes
  • Neisseria meningitidis
  • Streptococcus pneumoniae
  • Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Stämme
  • 4MRGN Stämme

Literatur und Arbeitsanweisungen

  • MiQ 3 2007
  • SA-MI-BLUT (Version G)
  • SA-MI-RES (Version L)
  • SA-MI-GRAMN (Version D)
  • SA-MI-GRAMP (Version E)
  • SA-MI-KS (Version C)
  • SA-MI-ANAERO (VersionF)
  • SA-MI-GRAM (Version C)

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