Anti-Xa-Aktivität LMW-Heparin

Allgemeines

Für die Applikation von niedermolekularem Heparin existieren Dosis-Wirkungsbeziehungen, die sich in der empfohlenen Dosis (z.B. körpergewichtsadaptiert) niederschlagen. In vielen Fällen ist deshalb eine Therapiekontrolle nicht notwendig. Bei Niereninsuffizienz, Übergewicht, Schwangerschaft, V.a. Non-Compliance u.a. kann eine Messung der Anti-Xa-Aktivität sinnvoll sein.

Synonyme

NMH, Anti-Xa-Spiegel, Fraktioniertes Heparin

Promed-IDs

Anforderungs-ID: F10a
Untersuchung-ID: F10a
Leistungs-ID: F10a

Indikation

  • Therapiekontrolle bei Applikation von niedermolekularem Heparin
  • Ausschluss einer Medikamenteneinnahme mit Anti-Xa-Wirkung (z.B. direkte orale Antikooagulantien), z.B. auch vor weiterführenden Gerinnungsuntersuchungen wie Lupusantikoagulans

Material

Sarstedt Citrat-Monovette 3,0 ml
BD Citrat-Vacutainer 4,5 ml
  • 3 ml Citrat-Blut
  • Blutabnahme 4 Stunden nach der letzten Applikation
  • bei 2 – 8°C etwa eine Woche lang stabil

Ansatz- / Messzeiten

täglich

Referenzbereich

Therapeutischer Bereiche im Citrat-Blut:
einmalige Applikat.
1.00 – 2.00 IE/ml
zweimalige Applikat.
0.60 – 1.00 IE/ml
prophylaktische Dosierung
typisch: 0.1 – 0.3 IE/ml

Beurteilung der Ergebnisse

Zur Therapiekontrolle sollte die Abnahme 3-4 Stunden nach subkutaner Applikation erfolgen (Spitzenspiegel). Bei Verdacht auf Überdosierung/ Intoxikation oder zum Ausschluss eines DOAK kann die Abnahme jederzeit erfolgen. Für die prophylaktischen Dosierungen einmal täglich existieren keine Zielbereiche, normalerweise wird eine Aktivität zwischen 0.1 und 0.3 IE/ml erreicht. 

Grenzen des Verfahrens

Um den Einfluss von Heparin-Antagonisten, wie Plättchenfaktor 4 (PF4), zu reduzieren, enthält das Reaktionsgemisch Dextransulfat. HIL Einfluss wird am ACL-TOP automatisch untersucht.

Weiterführende Untersuchungen

Abhängig von der Fragestellung z.B. Spiegelbestimmung von Rivaroxaban.

Methode

chromogen

*) = Fremdversand; ° = nicht akkreditiert

Hersteller/Gerät

Werfen

Laborbereich

Gerinnung

Methodenbeschreibung

Chromogener Ein-Stufen-Test, basierend auf einem synthetischen chromogenen Substrat über die Inaktivierung von Faktor Xa. Heparin bildet mit dem in der Probe vorhanden Antithrombin einen Komplex. Die Konzentration dieses Komplexes ist von der Verfügbarkeit des endogenen Antithrombins im Patientenplasma abhängig. Wenn der Heparin-Antithrombin-Komplex gebildet wird, laufen zwei konkurrierende Reaktionen ab:

  1. Faktor Xa wird durch den Heparin-Antithrombin-Komplex neutralisiert.
  2. Die Restaktivität von Faktor Xa wird mit einem synthetischen chromogenen Substrat gemessen. Das freigesetzte Paranitroanilin wird kinetisch bei einer Wellenlänge von 405 nm erfasst und ist umgekehrt proportional zum Heparin-Spiegel in der Probe.

Textbausteine/Befundregeln

Abrechnung

EBM / GOÄ:
32208 / A3939

EBM / GOÄ:
19,20€ / 26,81€

Literatur

Stand: 03.03.2020

SOP/Beipackzettel

erstellt am 20.12.2019 von DT

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