Acetylchol.-Rez.-AK RIA

Inhalt

Acetylchol.-Rez.-AK RIA

Inhalt

Probennahme

Indikation

  • Verdacht auf Myasthenia gravis (okuläre und generalisierte Form)
  • Differenzialdiagnose neuromuskulärer Übertragungsstörungen
  • Verlaufskontrolle bei bekannter Myasthenia gravis
  • Therapiemonitoring unter Immunsuppression
  • Abklärung bei belastungsabhängiger Muskelschwäche
  • Präoperative Diagnostik bei Thymektomie
  • Screening bei Thymom-Patienten


Präanalytik

  • Material: Serum
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stabilität: Autoantikörper sind stabil
  • Störfaktoren: Hämolyse, Ikterus und Lipämie
  • Transport: Ungekühlt möglich


Interpretation

Allgemeines

Acetylcholin-Rezeptor-Antikörper (AChR-AK) sind pathognomonische Autoantikörper der Myasthenia gravis, die gegen den postsynaptischen nikotinergen Acetylcholinrezeptor der motorischen Endplatte gerichtet sind. Er ist bei ca. 85 % der Patienten mit dieser Erkrankung nachweisbar. Bei Patienten mit anderen Autoimmunerkrankungen wird er sehr selten nachgewiesen, bei gesunden Personen tritt er praktisch nicht auf. Diese Antikörper führen durch verschiedene Pathomechanismen zu einer Störung der neuromuskulären Übertragung. Das Standardverfahren zum Nachweis ist der Radioimmunassay (RIA).

Beurteilung

Erhöht:

  • Myasthenia gravis (bei 85% der Patienten nachweisbar)
  • 50% der rein okulären Myasthenia gravis
  • 80% der generalisierten Myasthenia gravis
  • Thymom-Patienten ohne klinische Myasthenie (gering erhöht)

Erniedrigt:

  • Nicht klinisch relevant
  • Normalwerte bei seronegativer Myasthenia gravis
  • Kongenitale myasthene Syndrome


Grenzen

  • 15-20% der generalisierten MG sind AChR-AK negativ
  • 50% der okulärer MG zeigen negative Befunde
  • Keine Korrelation zwischen Titerhöhe und Krankheitsschwere
  • Falsch positive Befunde bei ca. 0,2% (sehr selten)
  • Kreuzreaktionen mit anderen Autoantikörpern sehr selten


RIA

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
< 0,4
Weiblich
Männlich

Literatur

  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie myasthener Syndrome, 12.11.2024
  • Blaes F. Diagnostik der Myasthenia gravis. Akt Neurol 2018; 45: 249–252
  • Lindstrom JM. Acetylcholine receptors and myasthenia. Muscle Nerve 2000; 23:453–477
  • McConville J, Vincent A. Diseases of the neuromuscular junction. Curr Opin Pharmacol 2002; 2:296–301


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