Fungale 18S rDNA-PCR
Inhalt
Fungale 18S rDNA-PCR
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Probennahme
Indikation
- Verdacht auf invasive Pilzinfektion bei immunsupprimierten Patienten
- Kulturell schwer nachweisbare oder langsam wachsende Pilzerreger
- Mykologische Keratitis mit negativer Direktmikroskopie
- Pulmonale Pilzinfektionen bei hämatoonkologischen Patienten
- Meningoenzephalitis unklarer Genese mit Pilzverdacht
- Systemische Mykosen bei kritisch kranken Intensivpatienten
- Differenzierung zwischen Pilzbesiedlung und Infektion
- Therapiekontrolle bei antifungaler Behandlung
- Material: EDTA-Blut, Serum, Plasma, Bronchoalveolarlavage, Liquor, Biopsiegewebe
- Transport: Innerhalb 24h bei 4°C, bei längerer Lagerung bei -20°C
- Stabilität: DNA stabil in EDTA-Blut bis 7 Tage bei 4°C
- Störfaktoren: Antikoagulantien (Heparin), Zelllyse durch unsachgemäße Lagerung
- Kontaminationsvermeidung: Sterile Probenentnahme, separate Verarbeitung
- Probenmenge: Mindestens 1-2ml Vollblut oder 500μl steriler Materialien
- DNA-Extraktion innerhalb 4h nach Probeneingang
Interpretation
Allgemeines
Die 18S rDNA-PCR ist ein molekulardiagnostisches Verfahren zur Detektion und Identifikation von Pilzerregern, das auf der Amplifikation hochkonservierter ribosomaler Gensequenzen basiert. Das 18S ribosomale Gen ist bei allen Fungi vorhanden und weist sowohl hochkonservierte als auch variable Regionen auf, die eine breite Detektion verschiedener Pilzspezies ermöglichen. Diese Pan-Fungi-PCR erreicht eine hohe Sensitivität für ein breites Spektrum von Pilzerregern (Ascomyceten, Basidiomyceten, Zygomyceten) und ermöglicht durch nachfolgende Sequenzierung eine phylogenetische Zuordnung. Die Methode ist besonders wertvoll bei kulturnegativen invasiven Pilzinfektionen und bietet eine schnellere Diagnostik als konventionelle Kulturverfahren.
Beurteilung
Positiv:
- Nachweis fungaler DNA bei invasiven Aspergillosen
- Candidämie und invasive Candidiasis
- Mucormykose und andere Zygomyceten-Infektionen
- Pneumocystis jirovecii-Pneumonie
- Fusarium-Infektionen bei Neutropenie
- Cryptococcus-Infektionen
- Seltene Hefen und Schimmelpilze
Negativ:
- Keine fungale Infektion nachweisbar
- Pilzlast unterhalb der Nachweisgrenze
- Präanalytische Faktoren (DNA-Degradation)
- PCR-Inhibitoren im Probenmaterial
Grenzen
- Keine Resistenztestung möglich, nur qualitativer Nachweis
- Kontamination durch Umgebungspilze möglich
- Kreuzreaktionen bei phylogenetisch verwandten Spezies
- Geringe Speziesspezifität, Sequenzierung oft erforderlich
- PCR-Inhibitoren in Blut- und Gewebeproben
- Falsch-positive Ergebnisse bei Pilzbesiedlung ohne Infektion
- Keine Quantifizierung der Pilzlast standardisiert
Methode
PCR
Referenzbereiche
Geschlecht | Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen | |
|---|---|---|
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden. | ||
Allgemein | negativ | |
Weiblich | ||
Männlich | ||
- Stand: 2026-06-13