Kräuterpollenallergene (w7, w8, w9, w10, w12)

Inhalt

Kräuterpollenallergene (w7, w8, w9, w10, w12)

Inhalt

Probennahme

Indikation

  • Allergische Beschwerden vorwiegend im Sommer/Spätsommer bei Patienten mit Verdacht auf Kräuterpollenallergie (Ambrosia, Beifuß, Wegerich, Brennnessel)
  • Unklare orale Allergiesymptome beim Verzehr von Gewürzen, Sellerie, Karotten oder anderen Nahrungsmitteln
  • Positive Screening-Tests bei Allergenmischungen zur Aufschlüsselung in Einzelallergene
  • Abklärung des Sellerie-Karotten-Kräuter-Gewürz-Syndroms bei bekannter Pollenallergie
  • Differenzierung zwischen Kräuter- und Gräserpollenallergie bei überschneidenden Pollenflugzeiten
  • Vorbereitung einer spezifischen Immuntherapie (SIT) bei Kräuterpollenallergien
  • Bestätigung der Immunreaktion bei typischen Soforttyp-Allergiesymptomen (Rhinitis, Konjunktivitis, Asthma)
  • Beratung vor Beginn einer allergologischen Therapie durch Fachärzte


  • Material: Serum zur Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper quantitativ in kU/l
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stabilität: Serum bei 2-8°C für 7 Tage stabil, bei -20°C mehrere Monate
  • Störfaktoren: Falsch-positive Ergebnisse möglich (CAP Klasse 1-2) ohne tatsächliche Sensibilisierung
  • Antihistaminika: Beeinflussen In-vitro-Diagnostik nicht
  • Hinweis: Ausnahmekennziffer 32009 für Kinder < 6 Jahren in KV-Abrechnung
  • Anamnese: Berücksichtigung jahreszeitlicher Symptome und Nahrungsmittelreaktionen


Interpretation

Allgemeines

Die Kräuterpollenallergene w7 (Margerite), w8 (Löwenzahn), w9 (Spitzwegerich), w10 (weißer Gänsefuß) und w12 (echte Goldrute) stellen eine diagnostische Kombination zur Erfassung typischer spätblühender Kräuterpollen dar. Diese Allergene werden mittels CAP-Technologie als spezifische IgE-Antikörper gegen Gesamtextrakte nachgewiesen und können durch Kreuzreaktionen bedingte positive Ergebnisse differenzieren. Die Hauptsaison für diese Kräuterpollen liegt im Spätsommer und Herbst (August bis Oktober), wobei vor allem Beifuß, Ambrosia und weitere Kräuter allergische Beschwerden verursachen. Insbesondere Beifuß zeigt sehr viele Kreuzreaktionen mit unterschiedlichsten Nahrungsmitteln und führt häufig zu pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien.

Beurteilung

Erhöht:

  • Spezifische IgE-Sensibilisierung gegen Kräuterpollen bei Soforttyp-Allergie (Typ I)
  • Allergische Rhinokonjunktivitis während der Kräuterpollensaison (Juli-Oktober)
  • Beifuß-Sellerie-Syndrom mit pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien
  • Kontaktdermatitis bei direktem Hautkontakt (z.B. Ambrosia-Ausschlag)
  • Orales Allergiesyndrom oder systemische Reaktionen bei Nahrungsmittelkreuzreaktionen

Erniedrigt:

  • Klinisch nicht relevant
  • Cave: Niedrige CAP-Klassen (1-3) können bei seltener Exposition dennoch klinisch relevant sein


Grenzen

  • Unterscheidung zwischen allergischer Sensibilisierung und klinischer Allergie erforderlich
  • Kreuzreaktionen durch Polcalcine können zu falsch-positiven Ergebnissen bei verschiedenen Pollenspezies führen
  • Falsch-positive Befunde in niedrigen CAP-Klassen ohne klinische Relevanz möglich
  • Positive Laborwerte müssen mit klinischer Symptomatik korrelieren für Diagnosestellung
  • Gesamtextrakte können Kreuzreaktionen nicht differenzieren – molekulare Diagnostik bei Mehrfachsensibilisierung empfehlenswert
  • Unterschiedliche hitzelabile/hitzestabile Allergene können verschiedene Reaktionsmuster verursachen


Methode

CAP

Einheit

kU/l
analysen.mzla.de
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