Kräuterpollenallergene (w6, w9, w10, w12, w20)
Inhalt
Kräuterpollenallergene (w6, w9, w10, w12, w20)
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Probennahme
Indikation
- Verdacht auf Kräuterpollen-Allergie bei Spätsommer-Symptomatik (Juli-September)
- Saisonale allergische Rhinokonjunktivitis in der Spätsommerpollenzeit
- Differenzialdiagnostik bei Polysensibilisierung mit überlappenden Blühperioden
- Eignungsprüfung für spezifische Immuntherapie (SIT)
- Abklärung bei chronischer Rhinitis, Asthma bronchiale oder atopischer Dermatitis
- Verlaufsbeurteilung unter allergenspezifischer Immuntherapie
- Unterstützung der Diagnose bei Atemwegssymptomen unklarer Genese
- Objektivierung einer anamnestisch vermuteten Kräuterpollen-Sensibilisierung
- Material: Serum oder Plasma (EDTA, Heparin)
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Mindestvolumen: 0,5 ml Serum
- Stabilität: 7 Tage bei 2-8°C, 3 Monate bei -20°C
- Störfaktoren: Extreme Hämolyse, hohes Rheumafaktor-positives Serum
- Anamnese und Symptome sollten zur Interpretation herangezogen werden
- Zeitpunkt der Blutentnahme: Ganzjährig möglich, aber außerhalb der akuten Symptomphase bevorzugt
- Transport: Bei Raumtemperatur bis 24h, dann gekühlt
Interpretation
Allgemeines
Diese Allergen-Kombination erfasst spezifische IgE-Antikörper gegen fünf wichtige Kräuterpollenallergene der Spätsommerperiode: Beifuß (w6), Spitzwegerich (w9), Weißer Gänsefuß (w10), Echte Goldrute (w12) und Brennnessel (w20). Die Kräuterpollen-Allergie manifestiert sich typischerweise von Juli bis September, wobei Beifuß das häufigste Kräuterpollenallergen darstellt, gefolgt von Spitzwegerich und Brennnessel. Die CAP-Methode ermöglicht die quantitative Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper, wobei Werte ≥ 0,10 kU/L eine Sensibilisierung anzeigen, die in Verbindung mit der Anamnese zur klinischen Diagnose führt. Spezifisches IgE ist lediglich ein Sensibilisierungsmarker und kann ohne entsprechende klinische Symptome nicht für eine Allergiediagnose verwendet werden.
Beurteilung
Erhöht:
- Primäre Beifuß-Allergie (w6) – häufigstes Kräuterpollenallergen in Deutschland
- Spitzwegerich-Allergie (w9) – häufiger Allergieauslöser mit Hauptallergen Pla l 1
- Brennnessel-Allergie (w20) – oft unterschätztes Allergen
- Gänsefuß-Allergie (w10) – verursacht verhältnismäßig selten Allergien
- Goldrute-Allergie (w12) – kann in Einzelfällen allergischen Schnupfen verursachen
- Kreuzreaktivität: Beifuß mit Ambrosia
- Mögliche Kreuzreaktionen zwischen Spitzwegerich, Ölbaumgewächsen und Gänsefuß
Erniedrigt:
- Klinisch nicht relevant
- Normaler Befund bei Nicht-Allergikern
- Mögliche falsch-negative Ergebnisse bei sehr frühen Sensibilisierungsstadien
Grenzen
- Befunde müssen immer im Kontext mit klinischer Anamnese und anderen Tests interpretiert werden
- Spezifisches IgE ist nur ein Sensibilisierungsmarker – keine Evidenz für IgE-Mengen zur Krankheitsbestätigung
- Auch CAP-Klasse 0 kann klinisch relevant sein, besonders bei niedrigen Gesamt-IgE-Werten
- Mögliche Kreuzreaktivitäten können zu falsch-positiven Ergebnissen führen
- Überlappung der Blühzeiten mit anderen Pollen erschwert die klinische Zuordnung
- Regionale Unterschiede in der Pollenbelastung
- Interferenzen durch hohe Gesamt-IgE-Werte oder Rheumafaktoren möglich
Methode
CAP
Einheit
- Stand: 2026-06-12