Baumallergene 6 (t1, t3, t5, t7, t10)
Inhalt
Baumallergene 6 (t1, t3, t5, t7, t10)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Verdacht auf saisonale allergische Rhinokonjunktivitis bei Frühjahrs-Symptomatik (März-Mai)
- Multisensibilisierung gegen verschiedene Baumpollen bei komplexer Anamnese
- Screening bei unklarer Zuordnung der Beschwerden zu einzelnen Baumpollenarten
- Differenzialdiagnostik bei zeitlich überlappenden Blütezeiten verschiedener Bäume
- Abklärung von Kreuzreaktivitäten im Rahmen der Baumpollenallergie
- Therapieplanung vor spezifischer Immuntherapie bei Baumpollenallergien
- Verlaufskontrolle bei bestehender Baumpollenallergie mit mehreren Sensibilisierungen
- Beratung zu Allergenkarenz und Expositionsvermeidung während der Pollensaison
- Material: Serum, mindestens 1 ml
- Nüchternheit: nicht erforderlich
- Antihistaminika: kein Einfluss auf die IgE-Bestimmung
- Stabilität: bei Raumtemperatur maximal 24 Stunden für Transportzwecke, eine Woche bei 2-8°C, für spätere Verwendung bei -20°C
- Störfaktoren: hämolyse oder Lipämie können photometrische Messung stören
- Probentransport: gekühlt bei 2-8°C innerhalb von 24 Stunden
- Besonderheiten: Blutproben zur Testung allergischer Reaktionen sollten während oder innerhalb von sechs Monaten nach Exposition abgenommen werden
Interpretation
Allgemeines
Das Baumallergene-Panel 6 (tx6) umfasst die spezifischen IgE-Antikörper gegen fünf bedeutende Baumpollen: Ahorn (t1), Birke (t3), Buche (t5), Eiche (t7) und Walnuss (t10). Diese Kombinationstestung repräsentiert eine diagnostisch sinnvolle Auswahl von Baumpollenallergenen, die durch Kreuzreaktivitäten die meisten relevanten saisonalen Sensibilisierungen abdeckt. Das Hauptallergen der Birke (Bet v 1) gehört zur Familie der stressinduzierbaren Pflanzenproteine (PR-10) und ist durch strukturähnliche Vertreter in anderen Baumpollen wie Buche und Eiche der wichtigste Auslöser einer saisonalen allergischen Rhinokonjunktivitis im Frühjahr. Die windbestäubten Bäume sind als Buchartige aus der Ordnung der Fagales botanisch eng miteinander verwandt, wobei Birkengewächse (Birke) und Buchengewächse (Buche, Eiche) unterschiedliche Familien darstellen, aber dennoch ausgeprägte Kreuzreaktivitäten zeigen.
Beurteilung
Erhöht:
- Sensibilisierung gegen einen oder mehrere der getesteten Baumpollen
- Kreuzreaktivität zwischen Bet v 1-homologen Proteinen (besonders zwischen Birke, Buche und Eiche)
- Verlängerte allergische Beschwerden durch hohe Kreuzreaktivität und sequentielle Blühzeiten
- Begleitende Nahrungsmittelallergien auf Stein- und Kernobst, Haselnüsse, Sellerie oder Karotten
- Polysensibilisierung mit klinischer Relevanz für spezifische Immuntherapie
- Erhöhte IgE-Titer bei nicht ausreichend therapierter schwerer Atopie
Erniedrigt/Negativ:
- Ausschluss einer IgE-vermittelten Sensibilisierung gegen die getesteten Baumpollen
- Mögliche andere Ursachen für Frühjahrs-Symptomatik (z.B. Esche, Gräserpollen)
- Diskrepanz zwischen negativem IgE und positivem Hauttest durch unterschiedliche Halbwertszeiten möglich
Grenzen
- Sensibilisierungsnachweis allein nicht beweisend für klinisch relevante Allergie – Interpretation im Zusammenhang mit Anamnese erforderlich
- IgE-Titer nicht zur Therapiekontrolle bei Hyposensibilisierung geeignet
- Sehr hohe Gesamt-IgE-Spiegel können zu falsch-negativen Ergebnissen führen (Hook-Effekt)
- Baumpollen sind nur teilweise kreuzreaktiv – Testung verschiedener nicht-kreuzreaktiver Baumspezies kann sinnvoll sein
- Störung durch sehr hohe spezifische Antikörper anderer Klassen (z.B. Plasmozytom)
- Mischtest kann einzelne schwach positive Reaktionen maskieren
Methode
CAP
Einheit
- Stand: 2026-06-12