Spez. IgE Fleisch (f26, f27, f83)
Inhalt
Spez. IgE Fleisch (f26, f27, f83)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Wiederkehrende allergische Reaktionen mit Urtikaria/Anaphylaxie einige Stunden nach Verzehr von rotem Fleisch
- Verdacht auf IgE-vermittelte Soforttyp-Reaktion auf Fleisch
- Undurchführbarkeit von Hauttestung bei Reaktionsanomalien (Ekzem, Dermatitis, Urticaria factitia)
- Systemische Glukokortikoid-Therapie, wenn antiallergische Therapie nicht unterbrochen werden kann
- Diagnostische Abklärung bei Patienten mit unklarer Anamnese nach „diagnostischer Odyssee“
- Anamnese von Zeckenstichen in Verbindung mit Fleischunverträglichkeit
- Verzögerte Anaphylaxie oder Urtikaria 3-6 Stunden nach Genuss von Schweine-, Rind- oder Lammfleisch
- Screening vor Aufschlüsselung in Einzelallergene bei positivem Mischungstest
- Material: Serum, 2 ml
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Besonderheit: Proben für Medikamenten- oder Insektengiftallergien müssen während oder innerhalb von 6 Monaten nach Exposition abgenommen werden
- 10 ml Vollblut zur Serumgewinnung sind ausreichend für mindestens 20 Allergene
- Stabilität: Serum bei 4°C für 7 Tage, bei -20°C mehrere Monate
- Störfaktoren: Hämolyse, Lipämie können Messergebnisse beeinflussen
- Lagerung: Gekühlt transportieren, möglichst zeitnah analysieren
Interpretation
Allgemeines
Die spezifische IgE-Bestimmung gegen Fleisch mittels CAP-System erfolgt als Mischung der Allergene f26 (Schweinefleisch), f27 (Rindfleisch) und f83 (Hühnerfleisch). Bei Fleischallergien liegt eine IgE-vermittelte Typ-I-Allergie vor, wobei neben klassischen Fleischproteinen auch das Zuckermolekül Galactose-α-1,3-Galactose (Alpha-Gal) als Allergen fungieren kann. Das CAP-System der Firma Phadia gilt international als Goldstandard für die serologische Allergiediagnostik und erfolgt vollautomatisch. Das Alpha-Gal-Syndrom unterscheidet sich von anderen Fleischallergien, da das auslösende Molekül ein Disaccharid ist und typischerweise verzögerte Reaktionen auslöst.
Beurteilung
Erhöht:
- Alpha-Gal-Syndrom: IgE-vermittelte Fleischallergie durch Sensibilisierung gegen Galactose-α-1,3-Galactose
- Primäre Fleischallergie gegen Serumalbumine (z.B. Bos d6 beim Rind)
- Klassische Symptome: Urtikaria, Angioödeme, Anaphylaxie, gastrointestinale Beschwerden mit 3-6 Stunden Latenz
- CAP-Klasse 4-6: starke bis sehr starke Sensibilisierung
- Bei Insektengift- und Medikamentenallergien oft nur geringe IgE-Mengen (CAP-Klassen 1-3) trotz relevanter Sensibilisierung
Erniedrigt:
- Nicht pathologisch relevant
- Spezifisches IgE im Serum hat kürzere Halbwertszeit (2-3 Tage) als mastzellständiges IgE, daher kann negativer Serumtest bei positivem Hauttest auftreten
Grenzen
- Nachweis einer Sensibilisierung beweist nicht die klinische Relevanz und soll allein nicht zu therapeutischer Elimination führen
- Fehlender Nachweis einer Sensibilisierung schließt klinisch relevante IgE-vermittelte Allergie nicht sicher aus
- Konventionelle IgE-Diagnostik auf Fleischallergene oft negativ bei Alpha-Gal-Syndrom, da α-Gal in Standardextrakten kaum enthalten ist
- Titerhöhe korreliert nicht zwangsläufig mit Schwere der Symptomatik
- IgE-Titer eignet sich nicht zur Therapiekontrolle bei Hyposensibilisierung
- CAP-Klassen-Zuordnung allein reicht für Diagnosestellung nicht aus, klinische Anamnese entscheidend
- Mögliche falsch-positive Ergebnisse bei hohem Gesamt-IgE ohne tatsächliche Sensibilisierung
Methode
CAP
Einheit
kU/l
- Stand: 2026-06-12