Nahrungsmittelscreen (f1, f2, f3, f4, f13, f14)
Inhalt
Nahrungsmittelscreen (f1, f2, f3, f4, f13, f14)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Screening bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie bei Kindern und Erwachsenen
- Abklärung unklarer allergischer Reaktionen nach Nahrungsaufnahme
- Differenzierung zwischen IgE-vermittelter Allergie und Nahrungsmittelintoleranz
- Verlaufskontrolle bekannter Nahrungsmittelallergien
- Atopische Dermatitis mit Verdacht auf nahrungsmittelbedingte Verschlechterung
- Anaphylaxie-Abklärung unklarer Genese
- Präoperative Diagnostik bei atopischen Patienten
- Begleitdiagnostik bei pollenassoziierter Nahrungsmittelallergie
- Material: Serum, 2 mL bei Raumtemperatur
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Stabilität: 7 Tage bei 2-8°C, langzeitstabil bei -20°C
- Störfaktoren: Hämolyse, Lipämie und Ikterus können die Messung beeinträchtigen
- Antihistaminika beeinflussen die Labordiagnostik nicht (im Gegensatz zu Hauttests)
- Kortikosteroide haben keinen relevanten Einfluss auf spezifische IgE-Werte
- Probenversand: Gekühlt oder bei Raumtemperatur möglich
Interpretation
Allgemeines
Der Nahrungsmittelscreen fx5 ist ein standardisiertes Screening-Verfahren zur Detektion der wichtigsten nahrungsmittelbedingten IgE-vermittelten Sensibilisierungen. Diese Allergenmischung umfasst die sechs häufigsten Nahrungsmittelallergene: Hühnereiweiß (f1), Milcheiweiß (f2), Kabeljau/Dorsch (f3), Weizenmehl (f4), Erdnuss (f13) und Sojabohne (f14). Die Kombination basiert auf epidemiologischen Daten und erfasst die Mehrheit klinisch relevanter Nahrungsmittelallergien sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter. Die Diagnostik IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien steht im Mittelpunkt der aktuellen Leitlinienempfehlungen, da diese Allergien mit bis zu 10% der Bevölkerung eine hohe Prävalenz aufweisen und schwere systemische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie auslösen können. Das CAP-System nutzt die FEIA-Technologie (Fluoreszenz-Enzym-Immunoassay) als Weiterentwicklung des RAST-Tests und weist spezifisches IgE mittels Fluoreszenzmarkierung nach.
Beurteilung
Erhöht:
- IgE-vermittelte Sensibilisierung gegen eines oder mehrere der getesteten Allergene (Klassen 1-6)
- Bei positivem Screening: Differenzierung der Einzelallergene erforderlich
- Klinische Relevanz durch Anamnese und ggf. Provokationstest zu bestätigen
- Kreuzreaktionen zwischen den Einzelallergenen möglich
Erniedrigt:
- Klasse 0 (<0,35 kUA/L): Keine IgE-vermittelte Sensibilisierung gegen die getesteten Allergene nachweisbar
- Nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelreaktionen bleiben unerkannt
- Seltene Nahrungsmittelallergene werden nicht erfasst
- Bei hochgradiger klinischer Verdacht trotz negativem Screening: erweiterte Diagnostik erforderlich
Grenzen
- Screening-Charakter: Erfasst nur die häufigsten Nahrungsmittelallergene
- Keine Differenzierung zwischen klinisch relevanter Sensibilisierung und asymptomatischer Reaktivität
- Regionale/ethnische Unterschiede in der Allergenverteilung werden nicht berücksichtigt
- Kreuzreaktivitäten können zu falsch-positiven Ergebnissen führen
- Komponenten-aufgelöste Diagnostik zur genaueren Charakterisierung nicht möglich
- Bei positivem Screening sind Einzelallergen-Bestimmungen zur Spezifizierung notwendig
Methode
CAP
Einheit
- Stand: 2026-06-12