Nahrungsmittelallergene (f4,f5,f6,f9)
Inhalt
Nahrungsmittelallergene (f4,f5,f6,f9)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Verdacht auf IgE-vermittelte Getreideallergie bei entsprechender Anamnese
- Abklärung allergischer Reaktionen nach Verzehr von Getreideprodukten
- Differenzialdiagnostik bei gastrointestinalen Beschwerden unklarer Genese
- Evaluierung von Kreuzreaktionen bei bekannter Pollenallergie
- Screening bei atopischem Ekzem oder Neurodermitis
- Verdacht auf weizeninduzierte anstrengungsinduzierte Anaphylaxie (WDEIA)
- Verlaufskontrolle bei bekannter Getreideallergie
- Präoperative Allergiediagnostik bei geplanten Eingriffen
- Material: Serum (1 ml für alle 4 Parameter)
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Stabilität: 7 Tage bei 2-8°C, längerfristig bei -20°C
- Störfaktoren: Anti-IgE-Therapie (Omalizumab) kann Werte beeinflussen
- Antihistaminika beeinträchtigen IgE-Bestimmung nicht
- Vermeidung von Hämolyse
- Therapiepause bei systemischen Kortikosteroiden nicht erforderlich
Interpretation
Allgemeines
Die spezifische IgE-Bestimmung gegen Nahrungsmittelallergene f4, f5, f6 und f9 erfolgt mittels CAP-Methode zur Diagnostik IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien. Diese Getreidekombination umfasst die häufigsten allergenen Cerealien: Weizenmehl (f4), Roggenmehl (f5), Gerstenmehl (f6) und Reis (f9). Das CAP-System gilt international als Goldstandard für die serologische Allergie-Diagnostik mit ImmunoCAP-gekoppelten Allergenen. Spezifische Tests auf IgE-Sensibilisierungen sollen durch die Anamnese gelenkt werden und unterstützen die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik. Weizen gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene als potentiell besonders allergen.
Beurteilung
Erhöht:
- IgE-vermittelte Allergie gegen entsprechendes Getreide
- CAP-Klasse 4-6: deutliche bis sehr starke Sensibilisierung
- CAP-Klasse 3: deutlich positive Sensibilisierung mit klinischer Relevanz
- Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen Getreidesorten möglich
- Berufsbedingtes Asthma (Bäckerasthma) bei Weizenmehl
- WDEIA durch Omega-5 Gliadin bei Weizensensibilisierung
Erniedrigt:
- Klinisch nicht relevant
- Fehlende Sensibilisierung bei normalem Verzehr
- Erfolgreiche Toleranzentwicklung im Kindesalter
Grenzen
- Der Nachweis einer Sensibilisierung beweist nicht die klinische Relevanz und soll allein nicht zu therapeutischer Elimination führen
- Negativer Befund schließt klinisch relevante Allergie nicht sicher aus
- Omega-5 Gliadin ist im Gesamtextrakt f4 unterrepräsentiert – separate Testung erforderlich
- CAP-Klasse 1-2 können unspezifische Mitreaktionen bei erhöhtem Gesamt-IgE darstellen
- Kreuzreaktive Kohlenhydratepitope (CCD) können falsch-positive Ergebnisse verursachen
- Methodische Unterschiede zwischen Herstellern möglich
Methode
CAP
Einheit
kU/l
- Stand: 2026-05-14