Meeresfrüchteallergene (f3, f24, f37, f40, f41)
Inhalt
Meeresfrüchteallergene (f3, f24, f37, f40, f41)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Verdacht auf Meeresfrüchteallergie mit anamnestischen Reaktionen nach Verzehr von Fisch oder Schalentieren
- Anamnestische Anaphylaxie nach Garnelenverzehr (häufige Ursache bei Erwachsenen)
- Hauterscheinungen (Urtikaria, Quincke-Ödem), gastrointestinale Beschwerden oder orales Allergiesyndrom nach Meeresfrüchte-Konsum
- Abklärung von Kreuzreaktionen bei bekannter Hausstaubmilben- oder anderen Tropomyosin-assoziierten Allergien
- Beruflich bedingte Allergie durch Inhalation von Dampf oder Aerosolen bei der Handhabung oder Zubereitung
- Differenzierung zwischen echter Allergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit
- Familienanamnese für Meeresfrüchteallergien bei entsprechender Symptomatik
- Präoperative Abklärung bei geplanten diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen mit Kontrastmitteln (bei Verdacht auf Krustentierallergie)
- Material: Serum, 2 ml
- Nüchternheit: nicht erforderlich
- Stabilität: Serum 7 Tage bei 2-8°C, längere Lagerung bei -20°C
- Störfaktoren: Hoch-dosierte Antihistaminika können Ergebnisse nicht beeinflussen (im Gegensatz zu Hauttests)
- Probenvorbereitung: Zentrifugation zur Serumgewinnung, Vermeidung von Hämolyse
- Bei Kindern < 6 Jahre: kein vorheriger Haut- und/oder Provokationstest erforderlich
- Methodische Besonderheit: CAP-System (FEIA) für quantitative IgE-Bestimmung
- Transport: Kühltransport empfohlen
Interpretation
Allgemeines
Die Meeresfrüchteallergene-Diagnostik umfasst die Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper gegen fünf wichtige Meeresfrüchte-Allergene: f3 (Kabeljau/Dorsch), f24 (Garnele), f37 (Miesmuschel), f40 (Thunfisch) und f41 (Lachs). Diese diagnostische Kombination ermöglicht die systematische Abklärung von Überempfindlichkeitsreaktionen gegen beide Hauptgruppen der Meeresfrüchte: Fische und Schalentiere. Tropomyosin kommt in 98% aller Meeresfrüchte vor und ist der Hauptverursacher von Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen Meeresfrüchten. Bei Fischen ist Gad c 1 (Parvalbumin) das wichtigste Allergen, während bei Schalentieren Pen a 1 (Tropomyosin) als Muskelprotein mit einem Molekulargewicht zwischen 34 und 39 kDa dominiert. Die CAP-Methodik ermöglicht eine quantitative und hochspezifische IgE-Bestimmung dieser klinisch relevanten Allergene.
Beurteilung
Erhöht:
- IgE-vermittelte Meeresfrüchteallergie mit spezifischen IgE-Antikörpern, die sich bei Kontakt mit dem Protein an Mastzellen heften
- Tropomyosin-vermittelte Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen Krustentieren (Pen a1, Pen i1, Pen s1, Met e1, Par f1 der Garnelen, Hom a1 des Hummers)
- Parvalbumin-bedingte Fischallergie (Gad c 1)
- Kreuzreaktionen mit Hausstaubmilben, Kakerlaken oder anderen Tropomyosin-haltigen Arthropoden
- Primäre Sensibilisierung durch direkten Kontakt mit Meeresfrüchten
- Bei Schalentier-Allergikern sind etwa 95% gegen Tropomyosin sensibilisiert
Erniedrigt:
- Fehlende oder niedrige spezifische IgE-Spiegel schließen eine Allergie nicht vollständig aus
- Mögliche nicht-IgE-vermittelte Reaktionen oder zelluläre Allergiemechanismen
- Verlust der Sensibilisierung bei konsequenter Allergenkarenz (selten bei Meeresfrüchteallergien)
Grenzen
- Bei positiver Mischung (fx2) ist eine Aufschlüsselung in Einzelallergene erforderlich
- Kreuzreaktivität kann zu falsch-positiven Ergebnissen führen, klinische Relevanz muss individuell bewertet werden
- Wenn nur Extrakt-, aber nicht Tropomyosin-spezifisches IgE positiv ist, ist eine Tropomyosin-Sensibilisierung unwahrscheinlich
- CAP-System detektiert möglicherweise nicht alle relevanten Allergenvarianten verschiedener Arten
- Fischeiweisse sind hitzestabil, so dass auch gekochte Produkte allergen bleiben
- Unterschiedliche Allergenität zwischen Süßwasser- und Salzwasserfischen nicht vollständig erfasst
- Bei negativen IgE-Tests kann zusätzliche Prick-Test-Diagnostik erforderlich sein
Methode
CAP
Einheit
- Stand: 2026-06-12