Früchteallergene 1 (f33, f49, f92, f95)
Inhalt
Früchteallergene 1 (f33, f49, f92, f95)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Verdacht auf Fruchtallergien bei unklaren Nahrungsmittelreaktionen
- Birkenpollen-assoziierte Nahrungsmittelallergie (orales Allergiesyndrom)
- Screening bei atopischen Patienten mit gastrointestinalen oder systemischen Reaktionen nach Obstkonsum
- Abklärung von Kreuzreaktivitäten bei bekannten Pollenallergien
- Risikostratifizierung vor oraler Provokationstestung
- Differenzialdiagnose bei rezidivierenden urticariellen Reaktionen
- Unklare Anaphylaxien nach Nahrungsmittelkonsum
- Verlaufsbeurteilung bei bekannten Fruchtallergien
- Material: Serum (1 ml)
- Nüchternheit: nicht erforderlich
- Stabilität: Serum 7 Tage bei 2-8°C, mehrere Monate bei -20°C
- Störfaktoren: Kreuzreaktive Kohlenhydrat-Determinanten (CCD) können zu falsch-positiven Ergebnissen führen
- Antihistaminika beeinflussen In-vitro-Diagnostik nicht
- Vermeidung hämolytischer Proben
Interpretation
Allgemeines
Die Früchteallergene-Kombination fx15 umfasst Orange (f33), Apfel (f49), Banane (f92) und Pfirsich (f95). Diese Kombination repräsentiert eine diagnostisch sinnvolle Auswahl häufiger Fruchtallergene, die über unterschiedliche pathophysiologische Mechanismen Nahrungsmittelallergien auslösen können. Die Sensibilisierung erfolgt entweder als primäre Nahrungsmittelallergie über den Gastrointestinaltrakt oder sekundär durch Kreuzreaktivitäten mit Inhalationsallergenen, insbesondere Birkenpollen über PR-10-Proteine (Bet v 1-Homologe). Lipid-Transfer-Proteine (LTP) stellen dabei hitze- und säurestabile Allergene dar, die schwere systemische Reaktionen auslösen können, während PR-10-Proteine und Profiline als vergleichsweise harmlose Kreuzallergene gelten.
Beurteilung
Erhöht:
- IgE-vermittelte Sensibilisierung gegen eines oder mehrere der enthaltenen Früchteallergene
- Birkenpollenassoziierte Kreuzreaktivität (meist mild verlaufend)
- LTP-Sensibilisierung (Risiko für schwere systemische Reaktionen)
- Primäre Nahrungsmittelallergie
- Latexassoziierte Kreuzreaktivität (besonders Banane)
Erniedrigt/Negativ:
- Keine IgE-vermittelte Sensibilisierung gegen die getesteten Allergene
- Mögliche nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelreaktionen
- Andere Ursachen gastrointestinaler Beschwerden
- Bei negativem Befund und klinischem Verdacht: Einzelallergen-Testung erwägen
Grenzen
- Kreuzreaktive Kohlenhydrat-Determinanten können falsch-positive Ergebnisse verursachen
- Sensibilisierung bedeutet nicht automatisch klinische Relevanz
- Negative Ergebnisse schließen Nahrungsmittelallergie nicht sicher aus
- Orale Provokationstestung bleibt Goldstandard bei unklaren Fällen
- Keine Unterscheidung zwischen verschiedenen Allergenkomponenten (PR-10, LTP, Speicherproteine)
- Quantitative Ergebnisse korrelieren nicht immer mit Schweregrad der Reaktion
Methode
CAP
Einheit
- Stand: 2026-06-12