Gemüseallergene 1 (f12, f15, f31, f35)
Inhalt
Gemüseallergene 1 (f12, f15, f31, f35)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Verdacht auf IgE-vermittelte Allergie gegen Gemüse bei entsprechender klinischer Symptomatik
- Screening bei Patienten mit unklaren gastrointestinalen oder systemischen allergischen Reaktionen nach Gemüseverzehr
- Diagnostik bei atopischem Ekzem, insbesondere bei Kindern mit Nahrungsmitteltrigger-Verdacht
- Abklärung bei pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien (orales Allergiesyndrom)
- Differenzialdiagnostik bei anaphylaktischen Reaktionen unklarer Genese
- Verlaufskontrolle bei bekannten Gemüseallergien
- Präoperative Abklärung bei geplanten Nahrungsmittelprovokationstests
- Ergänzungsdiagnostik bei Verdacht auf multiple Nahrungsmittelallergien
- Material: 1 ml Serum oder Lithium-Heparin-Plasma
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Stabilität: Serum bei 2-8°C: 7 Tage, bei -20°C: mehrere Monate
- Störfaktoren: Sehr hohe Gesamt-IgE-Werte können unspezifische Mitreaktionen verursachen
- Medikamenteneinfluss: Antihistaminika und systemische Steroide beeinflussen den Test nicht
- Probentransport bei Raumtemperatur möglich
- Hämolytische oder lipämische Proben können die Messung beeinträchtigen
Interpretation
Allgemeines
Die Gemüsemischung 1 (fx13) umfasst vier bedeutsame pflanzliche Nahrungsmittelallergene: Erbse (f12), Weiße Bohne (f15), Karotte (f31) und Kartoffel (f35). Diese Kombination ermöglicht eine effiziente Diagnostik von IgE-vermittelten Allergien gegen häufige Gemüsearten in einem einzigen Test. Die CAP-Methodik (Capture Assay Platform) basiert auf einem enzymatisch verstärkten Immunoassay zur quantitativen Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper. Nahrungsmittelallergien betreffen in Deutschland etwa 4,2% der Kinder und 3,7% der Erwachsenen. Die verwendeten Allergene können sowohl echte Sensibilisierungen als auch pollenassoziierte Kreuzreaktionen, insbesondere bei Birkenpollen-Allergikern, verursachen.
Beurteilung
Erhöht:
- IgE-vermittelte Sensibilisierung gegen einen oder mehrere der getesteten Gemüseallergene
- Pollenassoziierte Kreuzreaktivität (v.a. Birkenpollen mit Karotte)
- Klinisch relevante Nahrungsmittelallergie mit gastrointestinalen oder systemischen Symptomen
- Risiko für anaphylaktische Reaktionen bei entsprechend hohen Werten
- Auch CAP-Klasse 0 kann klinisch relevant sein, insbesondere bei niedrigen Gesamt-IgE-Werten
Erniedrigt:
- Keine oder unterhalb der Nachweisgrenze liegende IgE-Sensibilisierung
- Mögliche nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeit
- Klinische Toleranz trotz Vorgeschichte allergischer Reaktionen
- Erfolgreiche Toleranzentwicklung im Verlauf
Grenzen
- CAP-Klasse 1 als grenzwertig positiver Befund kann unspezifische Mitreaktion bei hohem Gesamt-IgE bedeuten
- Kreuzreaktivitäten zwischen den einzelnen Gemüseallergenen können die Differenzierung erschweren
- Bei positivem Mischtest ist Einzelallergen-Testung zur genauen Identifikation erforderlich
- Fehlende direkte Korrelation zwischen IgE-Höhe und klinischer Reaktionsschwere
- Kohlenhydrat-Determinanten (CCD) können falsch-positive Ergebnisse verursachen
- Orale Nahrungsmittelprovokation bleibt Referenzstandard für die definitive Diagnose
Methode
CAP
Einheit
kU/l
- Stand: 2026-06-12