Spez. IgE Eimischung (f1, f75)
Inhalt
Spez. IgE Eimischung (f1, f75)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Verdacht auf Hühnereiallergie bei typischen allergischen Soforttypreaktion
- Differenzierungsdiagnostik zwischen Eiweiß- und Eigelbsensibilisierung
- Verlaufskontrolle bei bekannter Hühnereiallergie
- Präoperative Abklärung vor Anästhesie (Ovalbumin in Propofol)
- Abklärung unklarer gastrointestinaler Beschwerden bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie
- Screening bei atopischer Dermatitis und multiplen Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Risikobewertung vor Impfungen (bei in Hühnerembryonen produzierten Impfstoffen)
- Material: Serum oder EDTA-Plasma
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Probenstabilität: 7 Tage bei 2-8°C, mehrere Monate bei -20°C
- Störfaktoren: Hochdosierte Antihistaminika können Ergebnisse nicht beeinflussen
- Medikamenteneinfluss: Systemische Kortikosteroide können IgE-Spiegel reduzieren
- Hämolyse und Lipämie: Können Messungen beeinträchtigen
- Probentransport: Gekühlt bei 2-8°C
Interpretation
Allgemeines
Die spezifische IgE-Eimischung (f1, f75) kombiniert Hühnereiweiß (f1) und Hühnereigelb (f75) zur umfassenden Sensibilisierungsdiagnostik gegenüber Hühnereiallergenen. Diese Kombination ermöglicht die gleichzeitige Erfassung der wichtigsten Hühnereiallergene in einer Analyse. Das Hühnereiweiß enthält die Hauptallergene Ovomucoid und Ovalbumin als wichtigste Allergene sowie Ovotransferrin und Lysozym, während das Eigelb primär Livetin als Allergenkomponente aufweist. Die CAP-Methode basiert auf der Fluoroenzyme-Immunoassay-Technologie und ermöglicht eine hochsensitive und spezifische Quantifizierung allergenspezifischer IgE-Antikörper. Der Nachweis einer Sensibilisierung beweist jedoch nicht die klinische Relevanz und sollte immer im Kontext der klinischen Symptomatik bewertet werden.
Beurteilung
Erhöht:
- IgE-vermittelte Hühnereiallergie (Soforttyp)
- Kreuzreaktionen mit anderen Vogeleiern
- Atopische Dermatitis mit Nahrungsmittelsensibilisierung
- Vogel-Ei-Syndrom (Kreuzreaktion zu Vogelfederallergie)
- Allergisches Asthma mit Nahrungsmitteltrigger
Erniedrigt/Negativ:
- Keine IgE-vermittelte Sensibilisierung gegen Hühnerei
- Erfolgreiche Allergiebehandlung/Toleranzentwicklung
- Non-IgE-vermittelte Nahrungsmittelreaktionen (verzögerter Typ)
- Falsch-negative Ergebnisse bei sehr hoher Allergenexposition
Grenzen
- Keine Unterscheidung zwischen klinisch relevanter Allergie und asymptomatischer Sensibilisierung
- Kreuzreaktivität mit anderen Vogeleiern nicht differenzierbar
- Mischung kann einzelne Allergenkomponenten maskieren
- Hitzelabile vs. hitzestabile Allergene nicht unterscheidbar
- Interferenzen durch rheumafaktor-positive Seren möglich
- Prozonaleffekt bei sehr hohen IgE-Spiegeln
Methode
CAP
Einheit
Referenzbereiche
Geschlecht | Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen | |
|---|---|---|
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden. | ||
Allgemein | (Rastklasse) | |
Weiblich | ||
Männlich | ||
- Stand: 2026-06-12