Natrium

Inhalt

Natrium

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Probennahme

Indikation

  • Störungen der Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz durch Wasser- oder Salzverlust
  • Abweichungen anderer Serumelektrolyte
  • Polyurisch-polydiptische Syndrome und Störungen des Durstgefühls
  • Störungen des Säure-Basen-Haushalts
  • Nierenerkrankungen, Hypertonie, Ödeme
  • Endokrine Erkrankungen wie Hypothyreose, Mineralkortikoidexzess- und Mineralkortikoidmangel-Syndrome
  • Verdacht auf Hyponatriämie bei neurologischen Symptomen oder hospitalisierten Patienten
  • Verdacht auf Hypernatriämie bei Dehydratation oder Bewusstseinsstörungen


  • Material: Lithium-Heparin-Plasma oder Serum
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Transport: Rohrpost oder Postweg möglich, abzentrifugiertes Plasma bis 14 Tage stabil
  • Störfaktoren: Hämolyse (Hb bis 1000 mg/dl), Ikterus (Bilirubin bis 60 mg/dl), Lipämie (Intralipid bis 2000 mg/dl) haben keine wesentliche Beeinflussung
  • Pseudohyponatriämie kann bei lipämischen Proben aufgrund von Flüssigkeitsverlagerung auftreten
  • Blutgasanalyse für schnelle Messung möglich, Zentrallabor wegen geringerer Variabilität bevorzugt


Interpretation

Allgemeines

Natrium ist das wichtigste extrazelluläre Kation und bestimmt maßgeblich die Osmolalität des Extrazellularraums. Die Bestimmung erfolgt mittels ionenselektiver Elektroden (ISE) durch Potentiometrie. Die ionenselektive Elektrode nutzt eine selektive Membran und entwickelt ein elektrisches Potential entsprechend der Nernst’schen Gleichung für das zu bestimmende Ion. Die Regulation des Wasserhaushaltes erfolgt über das antidiuretische Hormon (ADH), Durst und das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, wobei eine Hyponatriämie fast immer mit einer Störung der ADH-Sekretion assoziiert ist. Pathologische Serumnatriumkonzentrationen beruhen meist auf einer Veränderung des Wasserhaushaltes und sind Resultat einer Konzentrierung oder Verdünnung.

Beurteilung

Erhöht (Hypernatriämie >145 mmol/l):

  • Dehydratation durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr, Durchfall, Fieber, übermäßiges Schwitzen
  • Diabetes insipidus (zentraler oder renaler ADH-Mangel/Resistenz)
  • Übermäßige Kochsalzzufuhr (alimentär oder iatrogen)
  • Diuretikatherapie
  • Conn-Syndrom (primärer Hyperaldosteronismus)

Erniedrigt (Hyponatriämie <135 mmol/l):

  • SIADH durch Tumoren, Pneumonien, Medikamente, Drogen
  • Extrarenale Verluste (Erbrechen, Diarrhö) mit hypotoner Substitution
  • Hypovolämie bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Nierenerkrankungen
  • Übermäßige Flüssigkeitsaufnahme (Polydipsie)
  • Nebennierenrindeninsuffizienz (besonders mit Hyperkaliämie)
  • Medikamente (Diuretika, Antidepressiva, andere)


Grenzen

  • Querempfindlichkeit gegenüber anderen Ionen (z.B. Na+-Elektroden bei hohen H+-Konzentrationen)
  • Pseudohyponatriämie bei extremer Lipämie oder Hyperproteinämie
  • Pseudohypernatriämie bei stark vermindertem Protein-/Lipidgehalt, abhängig von Messmethode
  • Matrixeffekte durch Kompensator reduziert, Rückführbarkeit auf Flammenfotometrie
  • Messung der Ionen-Aktivität, nicht der Konzentration


Methode

ISE

Einheit

mmol/l

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
136 – 145
Weiblich
136 – 145
Männlich
136 – 145
analysen.mzla.de
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