Lipoprotein (a)
Inhalt
Lipoprotein (a)
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Kardiovaskuläre Risikostratifizierung (einmalig bei allen Erwachsenen empfohlen)
- Familienanamnese mit frühen kardiovaskulären Ereignissen
- Verdacht auf familiäre Hypercholesterinämie (Differenzialdiagnostik)
- Unklare Genese der Atherosklerose trotz erreichter LDL-C-Zielwerte
- Progrediente Arteriosklerose bei optimierter Standardtherapie
- Beurteilung vor Lipoproteinapherese
- Aortenklappenstenose unklarer Ätiologie
- Material: Serum oder Lithium-Heparin
- Nüchternheit: Nicht erforderlich, da genetisch determiniert
- Stabilität: 7 Tage bei 2-8°C, mehrere Monate bei -20°C
- Störfaktoren: Keine Beeinflussung durch Ernährung oder Tageszeit. Hämolyse, Lipämie und Ikterus können die Messung beeinträchtigen
- Besonderheiten: Bei Frauen können postmenopausale Hormonveränderungen die Konzentration um bis zu 20-30% erhöhen
Interpretation
Allgemeines
Lipoprotein (a) ist ein LDL-ähnliches Lipoprotein mit einem Molekulargewicht von etwa 300-800 kDa, das in der Leber synthetisiert wird. Es besteht aus einem LDL-Partikel, an den das spezifische Apolipoprotein (a) über Disulfidbrücken kovalent gebunden ist. Die Struktur des Apolipoprotein (a) weist strukturelle Ähnlichkeiten zum Plasminogen auf. Lp(a) enthält oxidierte Phospholipide und ist zu 70-90% genetisch determiniert, wobei die Konzentration lebenslang weitgehend stabil bleibt.
Beurteilung
Erhöht bei:
- Genetisch bedingte Hyperlipoproteinämie (a)
- Erhöhtes kardiovaskuläres Risiko ab >50 mg/dl (>105 nmol/l)
- Sehr hohes Risiko ab >125 nmol/l
Erniedrigt bei:
- Klinisch nicht relevant
- Niedrige Werte bieten keinen zusätzlichen Schutz
Klinische Konsequenzen: Ab 50 mg/dl 2-3fach erhöhtes Risiko für Myokardinfarkt, Schlaganfall und Aortenklappenstenose. Kontinuierlicher Anstieg des Risikos mit steigenden Konzentrationen. Hinweis: Referenzbereiche sind laborabhängig und sollten durch Risikogrenzwerte ersetzt werden.
Grenzen
- Keine spezifische medikamentöse Therapie zur Lp(a)-Senkung verfügbar
- Verschiedene Apolipoprotein(a)-Isoformen erschweren einheitliche Messung
- Diskrepanz zwischen mg/dl und nmol/l Angaben aufgrund variabler Molekülgröße
- Biotin-Interferenz bei immunologischen Assays möglich
- Hämolyse und Lipämie können Messergebnisse verfälschen
- Lp(a)-assoziiertes Cholesterin wird in LDL-C-Messung miterfasst
Methode
Einheit
Referenzbereiche
Geschlecht | Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen | |
|---|---|---|
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden. | ||
Allgemein | < 75 | |
Weiblich | ||
Männlich | ||
- Stand: 2026-01-15