Freies T-4

Inhalt

Freies T-4

Inhalt

Probennahme

Indikation

  • Weiterführende Diagnostik bei TSH-Werten außerhalb des Referenzbereichs
  • Diagnose und Verlaufskontrolle von Schilddrüsenfunktionsstörungen (Hyperthyreose/Hypothyreose)
  • Differenzialdiagnose bei diskordanten TSH-Werten
  • Therapiemonitoring unter Schilddrüsenhormonsubstitution oder thyreostatischer Behandlung
  • Verdacht auf Non-thyroidal illness bei kritisch kranken Patienten
  • Beurteilung der Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft
  • Abklärung isolierter T4-Hyperthyreose


Material: Serum (bevorzugt) oder EDTA-/Heparin-Plasma

Stabilität: Bei 2-8°C bis zu 7 Tage stabil, bei -20°C mehrere Monate

Nüchternheit: Nicht erforderlich

Besonderheiten: Für TSH ist die morgendliche Einnahme von L-T4-Tabletten meist unerheblich, kann jedoch T4-Werte beeinflussen. Tagesrhythmus beachten (höchste Werte am Morgen). Nach Krankenhausentlassung können TSH-Werte vorübergehend erhöht sein. Störfaktoren: schwere Erkrankungen, bestimmte Medikamente (Amiodaron, Lithium, Biotin)

Interpretation

Allgemeines

Das freie Thyroxin (fT4) ist die biologisch aktive, ungebundene Form des Schilddrüsenhormons T4 (Thyroxin). Im Plasma liegen die Schilddrüsenhormone zu 99% proteingebunden an Thyroxin-bindendes Globulin (TBG), Transthyretin, Präalbumin und Albumin vor. T4 hat eine Halbwertszeit von etwa 7 Tagen und weist eine geringere biologische Wirksamkeit als T3 auf. Eine gesunde Schilddrüse produziert täglich etwa 80-100 μg T4. Die Schilddrüse sezerniert überwiegend T4, während der Hauptanteil des T3 durch Dejodasen aus T4 in der Leber und anderen peripheren Organen entsteht.

Beurteilung

Erhöht bei:

  • Hyperthyreose (Morbus Basedow, Schilddrüsenautonomie)
  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • Akuter/subakuter Thyreoiditis (initial)
  • T4-produzierenden Tumoren (selten)
  • Amiodaron-induzierter Thyreotoxikose

Erniedrigt bei:

  • Primärer Hypothyreose (Hashimoto-Thyreoiditis, Jodmangel)
  • Sekundärer/tertiärer Hypothyreose (Hypophysen-/Hypothalamusinsuffizienz)
  • Non-thyroidal illness (schwere Erkrankungen)
  • Medikamentös bedingt (Thyreostatika, Lithium)
  • Zustand nach Schilddrüsenresektion oder Radiojodtherapie

Hinweis: Die Diagnose einer Hyper- bzw. Hypothyreose kann nur in Zusammenschau mit dem TSH-Wert gestellt werden. Referenzbereiche sind laborabhängig.

Grenzen

  • Interferenzen durch Biotin (hochdosiert), Hämolyse, Lipämie
  • In 1,2% der Fälle können Autoantikörper gegen T4 den Immunoassay stören
  • Medikamenteninterferenzen (Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin)
  • Schwangerschaftsspezifische Referenzbereiche erforderlich
  • Bei schweren Erkrankungen oft erniedrigt ohne Schilddrüsenpathologie
  • Methodenabhängige Referenzbereiche zwischen verschiedenen Assays
  • Eingeschränkte Aussagekraft bei TBG-Anomalien


Methode

ECLIA

Einheit

pg/ml

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
9,3 – 17,0
Weiblich
Männlich
analysen.mzla.de
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