Erythropoetin

Inhalt

Erythropoetin

Inhalt

Probennahme

Indikation

  • Differentialdiagnostik der Anämie (renale Anämie, Anämie bei chronischen Erkrankungen)
  • Differentialdiagnostik der Polyglobulie/Polyzythämie
  • Abklärung normozytärer Anämie unklarer Genese
  • Verlaufskontrolle bei Dialysepatienten
  • Tumormarker bei paraneoplastischer Erythropoetinbildung
  • Verlaufskontrolle unter Erythropoese-stimulierenden Medikamenten (ESM)


  • Material: 1 ml Serum oder 2 ml Vollblut
  • Stabilität: Lagerung bis zu 24 Std. bei 2-8°C
  • Besonderheiten: Wegen tageszeitlicher Schwankungen Blutentnahme morgens (08:00 Uhr – 10:00 Uhr). Hämolyse und Lipämie vermeiden. Bei Patienten unter Therapie mit hohen Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag) sollte die Probenentnahme mindestens 8 h nach der Applikation erfolgen.


Interpretation

Allgemeines

Erythropoetin (EPO) ist ein renal produziertes Glykoprotein-Hormon, welches die Erythropoese im Knochenmark steuert. Das Molekulargewicht von Erythropoetin beträgt 32.000 bis 40.000 Dalton. EPO wird zu 80-90% in der Niere gebildet, extrarenale Bildungsstätten sind neben der Leber noch die Makrophagen. Die Niere ist kein Speicher-, sondern nur Syntheseorgan des EPO, d.h. es wird nach Bedarf synthetisiert. Der körpereigene Reiz für die Produktion von EPO ist die Hypoxie.

Beurteilung

Erhöht bei:

  • Reaktiv bei Anämieformen (Eisenmangel, Vitamin B12-/Folsäuremangel, hämolytische Anämie, Blutungsanämie)
  • Sekundäre Polyglobulie (Sauerstoffmangel bei kardialer/pulmonaler Insuffizienz)
  • Lokaler Sauerstoffmangel (Nierenzysten, Hydronephrose)
  • Paraneoplastische EPO-Bildung bei Tumoren (z.B. Nierenzellkarzinom, Wilms-Tumor, Leberzellkarzinom)


Erniedrigt bei:

  • Anämie aufgrund von Nierenschäden mit unangemessen niedrigen EPO-Spiegeln in Relation zur Anämieausprägung
  • Polycythaemia vera (typischerweise niedrig oder im unteren Referenzbereich supprimiert)
  • Chronisch entzündliche Erkrankungen, Malignome durch Inhibition der EPO-Produktion durch proinflammatorische Zytokine

Hinweis: Die Bewertung der EPO-Konzentration in Bezug zum Referenzbereich ist wenig sinnvoll. Aussagefähig ist nur die Relation zum Hämoglobin- oder Hämatokrit-Wert. Referenzbereiche sind laborabhängig.

Grenzen

  • Biotin-Interferenz: Hohe Biotin-Dosen können falsch niedrige Ergebnisse verursachen
  • Bei ELISA-Verfahren mit Streptavidin-Biotin-Wechselwirkung können bei Biotinsupplementierung > 5.000 µg/Tag Interferenzen auftreten
  • Hämolyse und Lipämie können das Messergebnis beeinflussen
  • Tageszeitliche Schwankungen der EPO-Konzentration
  • Cross-Reaktivität mit heterophilen Antikörpern (HAMA)
  • Interferenz durch Rheumafaktoren bei immunologischen Verfahren


Methode

ELISA

Einheit

mU/ml

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
3,2 – 31,9
Weiblich
Männlich
analysen.mzla.de
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