CA 72-4
Inhalt
CA 72-4
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Therapeutisches Monitoring bei Magenkarzinom (primärer Marker)
- Verlaufskontrolle bei Ovarialkarzinom (besonders muzinöse Tumoren)
- Rezidivdiagnostik nach Tumortherapie
- Prognoseeinschätzung bei fortgeschrittenen gastrointestinalen Tumoren
- Ergänzungsdiagnostik bei Pankreaskarzinom
- Differentialdiagnostik maligner vs. benigner abdomineller Raumforderungen
- Monitoring bei kolorektalen Karzinomen (in Kombination mit CEA)
- Beurteilung der Resektabilität bei Magenkarzinom
- Material: Serum oder Plasma (EDTA, Heparin)
- Nüchternheit: nicht erforderlich
- Stabilität: 15 Monate bei -20°C, 7 Tage bei 2-8°C, 1 Tag bei Raumtemperatur
- Störfaktoren: Protonenpumpenhemmer, Kortikosteroide, Thrombozytenaggregationshemmer, Colchicin können falsch erhöhte Werte verursachen
- Hämolyse und Lipämie vermeiden
- Einfrieren-Auftauen-Zyklen minimieren
Interpretation
Allgemeines
CA 72-4 (Carbohydrate Antigen 72-4) ist ein tumorassoziiertes Glykoprotein (TAG-72) mit hohem Molekulargewicht (230-1000 kDa), das an der Zelloberfläche bestimmter Karzinomzellen exprimiert wird. Das Antigen wird durch zwei monoklonale Antikörper (CC49 und B72.3) erkannt, die spezifische Glykochain-Epitope (Galβ(1-3) Sialyl-Tn und Sialyl-Tn-Antigene) binden. CA 72-4 zeigt eine besonders hohe Spezifität für Adenokarzinome des Gastrointestinaltrakts und der Ovarien und wird durch ECLIA-Technologie mit hoher analytischer Präzision bestimmt. Die diagnostische Wertigkeit liegt vor allem in der Kombination mit anderen Tumormarkern wie CA 125, CEA oder CA 19-9.
Beurteilung
Erhöht:
- Magenkarzinom (höchste Sensitivität bei fortgeschrittenen Stadien)
- Ovarialkarzinom (besonders muzinöse Adenokarzinome)
- Pankreaskarzinom
- Kolorektale Karzinome
- Cholangiokarzinom
- Mammakarzinom
- Lungenadenokarinom
Falsch-positive Erhöhungen:
- Herzerkrankungen (42% der falsch-positiven Fälle)
- Lungenerkrankungen (25-33%)
- Nierenkrankheiten (45%)
- Infektionen und Entzündungen
- Medikamenteninterferenzen (PPI, Kortikosteroide)
Grenzen
- Niedrige Sensitivität bei frühen Tumorstadien
- Nicht zur Primärdiagnostik asymptomatischer Patienten geeignet
- Falsch-positive Werte bei benignen Erkrankungen möglich
- Niedrige positive Vorhersagekraft bei asymptomatischen Patienten
- Variabilität zwischen verschiedenen Testverfahren
- Methodische Interferenzen bei sehr hohen Konzentrationen (Hook-Effekt)
- Keine tumorspezifischen Referenzwerte verfügbar
Methode
ECLIA
Einheit
U/ml
Referenzbereiche
Geschlecht | Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen | |
|---|---|---|
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden. | ||
Allgemein | < 6,9 | |
Weiblich | ||
Männlich | ||
- Stand: 2026-05-22