D-Dimer-Test
Inhalt
D-Dimer-Test
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Probennahme
Indikation
- Ausschlussdiagnostik bei Verdacht auf venöse Thromboembolie bei niedriger/mittlerer klinischer Wahrscheinlichkeit (Wells-Score)
- Ausschluss einer Lungenembolie bei Patienten mit Brustschmerzen, Kurzatmigkeit und Husten
- Beurteilung einer tiefen Venenthrombose vor weiterführender Ultraschalldiagnostik
- Screening auf disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC) bei Infektionen, Traumata oder Schwangerschaftskomplikationen
- Verlaufskontrolle bei DIC-Patienten zur Therapieüberwachung
- Einschätzung des Rezidivrisikos nach Absetzen der Antikoagulation
- Kostengünstiger Ausschluss bei niedriger Prätestwahrscheinlichkeit für thromboembolische Ereignisse
- Material: Citratblut, schonende Blutentnahme erforderlich
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Störfaktor: Traumatische Punktion führt zu erhöhten D-Dimeren durch Gewebsthromboplastin-Ausschüttung
- Probenstabilität: 3 mL Citrat-Blut oder 1 mL Citrat-Plasma, gefroren
- Halbwertszeit: Etwa 8 Stunden im Blut
- Antikoagulatorische Behandlung kann falsch negative Ergebnisse verursachen
Interpretation
Allgemeines
D-Dimere sind Fibrinspaltprodukte, die in der Fibrinolyse aus dem quervernetzten Fibrin entstehen. Als Nachweis quervernetzter Fibrin-Spaltprodukte sind sie ein Indikator der Gerinnungsaktivität mit einer in-vivo Halbwertszeit von etwa 8 Stunden. Die diagnostische Rationale dieses einzelnen Parameters basiert auf seiner hohen Sensitivität aber niedrigen Spezifität, wodurch er einen hohen negativen prädiktiven Wert besitzt und thromboembolische Ereignisse mit hoher Sicherheit ausschließen kann.
Beurteilung
Erhöht:
- Nicht geeignet bei DIC, malignen Tumoren, Sepsis, Niereninsuffizienz, laufender Antikoagulation
- Schwangerschaft, Traumata, maligne Erkrankungen, operative Eingriffe, Lebererkrankungen
- Infektionen, Entzündungen, postoperative Zustände
- Bei älteren Patienten physiologisch erhöht – altersadjustierte Grenzwerte (Alter × 10) verwenden
- Deutlich erhöhte Werte (1.000-5.000 ng/mL): ernstere Zustände
- Stark erhöhte Werte (>5.000 ng/mL): schwere systemische Erkrankungen
Erniedrigt:
- Zu niedrige Werte haben keine klinische Bedeutung
- Hohe D-Fragment-Konzentrationen unter Lysetherapie führen zu erniedrigten Messwerten
Grenzen
- Ergebnisse verschiedener Testsysteme sind methodenabhängig und numerisch nicht vergleichbar
- Intra-method Variationskoeffizienten von 6,4% bis 17,7%, Diskrepanzen zwischen Assays bis zu 20-fach
- Interferenzen durch HAMA (humane Anti-Maus Antikörper) möglich
- Störung durch Trübung der Probe bei optischen Testmethoden
- High-Dose-Hook-Effekt bis 150 mg/l FEU nicht beobachtet
- Gammopathie (IgM) und bestimmte Immunglobuline können zu unzuverlässigen Ergebnissen führen
- Hohe Sensitivität bei geringer Spezifität
Literatur
- S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie (AWMF-Registernummer: 065-002), Februar 2023
- Konstantinides SV et al.: ESC Guidelines for the diagnosis and management of acute pulmonary embolism. Eur Heart J. 2020
- Righini M, et al.: Age-adjusted D-dimer cutoff levels to rule out pulmonary embolism: the ADJUST-PE study. JAMA. 2014;311:1117-1124
- Selby R et al.: D-dimer diagnostics: can I use any D-dimer assay? Res Pract Thromb Haemost. 2024
- Fan et al.: Aktuelle Übersichtsarbeit zur hohen negativen Vorhersagekraft bei niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit, 2024
- Stand: 2026-04-07