AAK gg. Desmoglein 1+3

Inhalt

AAK gg. Desmoglein 1+3

Inhalt

Probennahme

Serum-Röhrchen

Indikation

  • Differenzialdiagnostik zwischen Pemphigus vulgaris und Pemphigus foliaceus
  • Erstdiagnostik bei Verdacht auf Pemphiguserkrankungen mit intraepidermaler Blasenbildung
  • Therapieverlaufskontrolle bei etablierter Pemphigus-Diagnose
  • Monitoring der Krankheitsaktivität und Therapieansprechen
  • Abklärung bei positiver direkter Immunfluoreszenz mit interzellulärem Muster
  • Differenzierung zwischen PV mit ausschließlichen Schleimhautläsionen und PV mit Hautbeteiligung
  • Ausschlussdiagnostik bei anderen blasenbildenden Autoimmundermatosen


  • Material: Serum
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Lagerung: Raumtemperatur bis 8 Stunden, dann bei -20°
  • Störfaktoren: Hämolyse, Lipämie können ELISA-Messung beeinträchtigen
  • Medikamenteneinfluss: Penicillamin, ACE-Hemmer können Pemphigus induzieren (Auftreten Wochen bis Monate nach Therapiebeginn)
  • Probenstabilität: Im Serum bei -20°C mehrere Monate stabil


Interpretation

Allgemeines

Diese Kombination vereint die Bestimmung von Autoantikörpern gegen Desmoglein 1 und Desmoglein 3 zur spezifischen Diagnostik der Pemphiguserkrankungen. Die beiden desmosomalen Proteine Desmoglein 1 und 3 sind die spezifischen Zielantigene des Pemphigus, wobei Desmoglein 1 nur in verhornender Haut und Desmoglein 3 in nicht verhornender Schleimhaut exprimiert wird. Pemphigus vulgaris (PV) zeigt Antikörper gegen Desmoglein 3, häufig zusätzlich auch gegen Desmoglein 1, während Pemphigus foliaceus (PF) ausschließlich Antikörper gegen Desmoglein 1 aufweist. Die kombinierte Testung beider Parameter erlaubt eine präzise Differenzierung der klinischen Pemphigus-Varianten und deren charakteristischen Antikörperprofile, was für die therapeutische Strategie entscheidend ist.

Beurteilung

Typische Antikörpermuster:

  • Anti-Dsg3 positiv + Anti-Dsg1 negativ: PV mit ausschließlichen Schleimhautläsionen
  • Anti-Dsg3 positiv + Anti-Dsg1 positiv: PV mit Schleimhaut- und Hautläsionen (mukokutaner Typ)
  • Anti-Dsg1 positiv + Anti-Dsg3 negativ: Pemphigus foliaceus (nur Hautläsionen, keine Schleimhautbeteiligung)
  • Beide Parameter negativ: Pemphigusdiagnose unwahrscheinlich, andere bullöse Dermatosen erwägen
  • Titeränderungen korrelieren mit Krankheitsaktivität: Anti-Dsg3 mit Schleimhautausdehnung, Anti-Dsg1 mit Hautveränderungen


Grenzen

  • Sensitivität Anti-Dsg3 ELISA beim PV: 97%, Anti-Dsg1 ELISA beim PF: 96%, beim PV etwa 50%
  • Bis zu 35% falsch-negative Ergebnisse bei ELISA-basierten Systemen im Vergleich zur indirekten Immunfluoreszenz
  • Seltene Pemphigusformen (paraneoplastisch, IgA-Pemphigus) werden nicht erfasst
  • Über 50 Nicht-Desmoglein-Antigene beim Pemphigus möglich
  • Schwach positive Werte bei Gesunden möglich, klinische Korrelation erforderlich
  • Kreuzreaktivität mit anderen desmosomalen Proteinen möglich


Literatur

  • S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Pemphigus vulgaris/foliaceus, AWMF 013-071l (2019)
  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie bullöser Autoimmundermatosen (2015)
  • Joly P et al. Updated S2K guidelines on the management of pemphigus vulgaris and foliaceus, J Eur Acad Dermatol Venereol 34(9):1900-1913 (2020)
  • Schmidt E, Zillikens D: Modern diagnosis of autoimmune blistering skin diseases. Autoimmun Rev (2010)
  • Euroimmun Diagnostika: Anti-Desmoglein ELISA – höhere Spezifität gegenüber indirekter IF


analysen.mzla.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.