AAK gg. CA-Kanal(N+PQ-Typ)

Inhalt

AAK gg. CA-Kanal(N+PQ-Typ)

Inhalt

Probennahme

Serum-Röhrchen

Indikation

  • Verdacht auf Lambert-Eaton-myasthenisches Syndrom (LEMS) mit proximaler Muskelschwäche
  • Paraneoplastische cerebelläre Degeneration bei bekanntem oder vermutetem Tumor
  • Differenzialdiagnose zu Myasthenia gravis bei atypischer Symptomatik
  • Screening bei kleinzelligem Bronchialkarzinom ohne neurologische Symptome
  • Unklare autonome Dysfunktion mit neuromuskulären Symptomen
  • Kombination von Kleinhirnataxie und neuromuskulärer Schwäche
  • Tumorsuche bei positivem Einzelantikörper-Nachweis


  • Material: Serum
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stabilität: Bei 4°C bis 2 Wochen, bei -20°C über Monate haltbar
  • Störfaktoren: Radioaktive Isotope 24h vor Probenentnahme vermeiden
  • Probentransport: Serum innerhalb 1h abtrennen und in Plastikröhrchen überführen


Interpretation

Allgemeines

Diese Kombination umfasst Autoantikörper gegen spannungsabhängige Kalziumkanäle (VGCC) vom N-Typ und PQ-Typ. VGCC-Antikörper (PQ-Typ >N-Typ) werden bei Lambert Eaton myasthenisches Syndrom und paraneoplastischer cerebellärer Degeneration gefunden. Die diagnostische Rationale dieser Kombination beruht auf der Tatsache, dass 85% der LEMS-Patienten Antikörper gegen P/Q-Typ VGCC aufweisen, während N-Typ VGCC-Antikörper nur in 30-40% der Fälle nachweisbar sind. Die präsynaptischen Kalziumkanäle regulieren die Acetylcholin-Freisetzung an der neuromuskulären Endplatte, wobei P/Q-Typ VGCC primär für die motorische Neurotransmission verantwortlich sind, während N-Typ VGCC auch in malignem Gewebe wie dem kleinzelligen Bronchialkarzinom exprimiert werden.

Beurteilung

Typische Antikörpermuster:

  • Isoliert P/Q-Typ positiv (häufigster Befund): 67-72% der LEMS-Patienten zeigen ausschließlich P/Q-Typ Positivität
  • Beide Typen positiv: Bei 25-27% der LEMS-Fälle, wobei 95,8% der N-Typ-positiven auch P/Q-Typ-Antikörper aufweisen
  • Isoliert N-Typ positiv: Sehr selten (nur 1% der Fälle), diagnostisch wenig relevant
  • Beide negativ: 10-15% der klinisch gesicherten LEMS-Patienten sind seronegativ

Klinische Interpretation:

  • Hohe P/Q-Typ-Titer (>0,03 nmol/L): Diagnose LEMS gesichert
  • P/Q-Typ positiv + N-Typ positiv: Erhöhtes Risiko für paraneoplastischen Verlauf
  • P/Q-Typ positiv + cerebelläre Symptome: Verdacht auf paraneoplastische cerebelläre Degeneration


Grenzen


  • Seronegative LEMS-Fälle erfordern elektrophysiologische Bestätigung
  • N-Typ-Antikörper kommen auch bei gesunden Kontrollen vor (2,5%)
  • Kreuzreaktivitäten mit anderen spannungsabhängigen Kanälen möglich
  • Titer korrelieren nicht immer mit Krankheitsschwere
  • Falsch-negative Ergebnisse bei niedrigen Antikörperkonzentrationen


Literatur

  • Titulaer MJ, et al. Treatment and prognostic factors for long-term outcome in patients with anti-NMDA receptor encephalitis: an observational cohort study. Lancet Neurol. 2013;12:157-65
  • Majed M, et al. Testing for N-type Voltage Gated Calcium Channel Antibody has Limited Utility in Evaluating Patients With Suspected Lambert-Eaton Myasthenic Syndrome. Neurology. 2022
  • Wirtz PW, et al. P/Q-type calcium channel antibodies, Lambert-Eaton myasthenic syndrome and survival in small cell lung cancer. J Neuroimmunol. 2004
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. 2019
  • European Federation of Neurological Societies Guidelines on paraneoplastic syndromes. Eur J Neurol. 2021


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