AAK gg. Sacc. cerevisiae (ASCA)

Inhalt

AAK gg. Sacc. cerevisiae (ASCA)

Inhalt

Probennahme

Serum-Röhrchen

Indikation

  • Differenzierung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei unklaren chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • Diagnostik bei Patienten mit unklaren endoskopischen, pathologischen und bildgebenden Befunden
  • Ergänzende Diagnostik in Kombination mit pANCA-Bestimmung zur IBD-Klassifikation
  • Familienscreening bei genetischer Disposition für chronisch entzündliche Darmerkrankungen


  • Material: Serum
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stabilität: Serum 7 Tage bei 2-8°C, mehrere Monate bei -20°C
  • Störfaktoren: Hämolytische, lipämische oder ikterische Proben
  • Besonderheit: Beide Parameter werden aus derselben Serumprobe bestimmt
  • Hinweis: Test wird nicht in jedem Labor durchgeführt, möglicherweise externe Beauftragung erforderlich


Interpretation

Allgemeines

Anti-Saccharomyces cerevisiae-Antikörper (ASCA) sind Immunglobuline der Klassen IgA und IgG, die gegen die Mannanstrukturen in der Zellwand der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae gerichtet sind. IgG-ASCA werden bei 60-70% der Morbus Crohn-Patienten und 10-15% der Colitis ulcerosa-Patienten gefunden, während IgA-ASCA bei etwa 35% der Morbus Crohn-Patienten aber weniger als 1% der Colitis ulcerosa-Patienten vorkommen. Die gleichzeitige Detektion beider ASCA-Klassen im selben Serum ist hochspezifisch für Morbus Crohn. Ein positiver ASCA-Nachweis macht das Vorliegen eines Morbus Crohn sehr viel wahrscheinlicher als eine Colitis ulcerosa und ist daher wertvoll für die Differentialdiagnostig chronisch entzündlicher Darmerkrankungen.

Beurteilung

Typische Muster:

  • Beide ASCA-Klassen (IgA + IgG) positiv: Hochspezifisch für Morbus Crohn
  • Nur IgG-ASCA positiv: Hinweis auf Morbus Crohn, aber auch bei 10-15% der Colitis ulcerosa-Patienten möglich
  • Nur IgA-ASCA positiv: Seltener, aber hochspezifisch für Morbus Crohn (weniger als 1% bei Colitis ulcerosa)
  • Hohe ASCA-Titer: Assoziiert mit proximaler Lokalisation, schwererem Verlauf und höherem Operationsrisiko
  • Beide Parameter negativ: Morbus Crohn weniger wahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen


Grenzen

  • Sensitivität für Morbus Crohn ca. 57%, daher negative Ergebnisse schließen die Diagnose nicht aus
  • ASCA können auch bei anderen Erkrankungen auftreten (M. Behçet, Zöliakie, Gesunde)
  • Keine Korrelation zwischen ASCA-Höhe und aktueller Krankheitsaktivität
  • Nicht geeignet für Therapiemonitoring oder Verlaufskontrolle der Entzündungsaktivität
  • Unzureichende Spezifität für alleinige diagnostische Verwendung
  • Methodische Variabilität zwischen verschiedenen Testsystemen möglich


Literatur

  • Sendid B, et al. From ASCA breakthrough in Crohn’s disease and Candida albicans research to thirty years of investigations. Autoimmun Rev. 2024;23(2):103486
  • Lamb CA, Kennedy NA, Raine T, et al. British Society of gastroenterology consensus guidelines on the management of inflammatory bowel disease in adults. Gut 2019;68(Suppl 3):s1–106
  • Comparative Efficacy of Advanced Therapies for Management of Moderate-to-Severe Ulcerative Colitis: 2024 American Gastroenterological Association Evidence Synthesis
  • Reese GE, et al. Diagnostic precision of anti-Saccharomyces cerevisiae antibodies and perinuclear antineutrophil cytoplasmic antibodies in inflammatory bowel disease. Am J Gastroenterol. 2006
  • Joossens S, et al. The value of serologic markers in indeterminate colitis: a prospective follow-up study. Gastroenterology. 2002


Morbus Crohn
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